Die Überreste des Kommunismus

Ein Artikel von Marion Pertschy | 26.02.2019 - 15:47

Das Busludscha-Denkmal sieht unwirklich aus – wie ein UFO das in lang vergangenen Tagen auf der Bergspitze des Chadschi Dimitar, oder im Volksmund immer noch Busludscha genannt, landete und nun dem Verfall der Zeit preisgegeben wurde.

Im Balkangebirge, nahe dem Schipkapass, kämpften im Jahr 1868 bulgarische Aufständische unter der Führung des slawischen Heerführers Chadschi Dimitar gegen ihre türkisch-osmanischen Besatzer. Nicht die Gefallenen sind es jedoch, denen in erster Linie mit dem, im Sommer 1981 anlässlich der 1300-Jahr-Feier Bulgariens eingeweihten, monumentalen Bauwerk gedacht werden soll. An der selben Stelle wurde 1891 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet und Jahr für Jahr kamen die Parteimitglieder an den Ort zurück, um die Gründung ihrer kommunistischen Partei, aus der später die Kommunistische Partei Bulgariens hervorging, zu feiern – bis zum Zusammenbruch des Ostblocks 1989.

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Das Denkmal ist heute stark verfallen. © Milen Dobrev/Shutterstock.com

Ein Warnsymbol

Vom Traum einer neuen Gesellschaftsordnung und dem Aufbruch ins Unendliche, den das 70 m hohe Denkmal symbolisierte, sieht man im Inneren des Busludscha nicht mehr viel. Die Decke zerfällt, der Boden ist verdreckt und die Wandmalereien verblassen. "Never forget your past" also auf deutsch: "Vergiss niemals deine Vergangenheit" prangt nun aber gut leserlich in roten Lettern an der Wand zwischen kommunistischen Parolen, aufgemalt von Besuchern wie den "Lost Places"-Jägern, die das Denkmal für sich entdeckten und ihm schwer zusetzten. Heute ist es verschlossen und bewacht.

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Hier wurde die kommunistische Arbeiterpartei gegründet. © Marianna Ianovska/Shutterstock.com