Paris: Jim Morrisons letzte Ruhestätte

Ein Artikel von Marion Pertschy | 20.05.2019 - 13:51

Faszination Friedhof – klingt skurril, ist aber so. Es muss wohl mit dem Rummel um die sogenannten „Lost Places“, die sich überall auf der Welt verstreuen, einhergegangen sein, dass auf besonders schöne Friedhöfe auch von Seiten junger Leute immer öfter wieder ein Auge geworfen wurde. Anziehungspunkte sind dabei aber nicht nur das entrische, mystische aber zugleich melancholische und stille Flair derselben, sondern – wie könnte es auch anders sein – Gräber berühmter Persönlichkeiten.

Neben Größen aus lang vergangenen Zeitaltern, sind es meist die zeitgenössischen Verstorbenen, die zahlreiche Besucher anziehen. Während am Wiener Zentralfriedhof etwa Falco so ein Besuchermagnet ist, liegt in Paris der ehemalige „The Doors“ Sänger Jim Morrison am Friedhof Père Lachaise begraben. Der Musiker war mit keinem langen Leben gesegnet, – auch er gehört zum „Club 27“ – seine Beliebtheit blieb ihm jedoch über den Tod hinaus erhalten.

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Heute sieht das Grab von Jim Morrison so aus. Der Zugang dazu ist versperrt. © Luca Pastorino/Shutterstock

Eine bewegte Geschichte

Es war wohl sein selbstzerstörerischer Lebensstil, der Morrison mit jungen 27 Jahren dahinraffte. Dass die genauen Umstände um seinen Tod nie vollständig geklärt werden konnten, trug aber auf jeden Fall zur Legendenbildung um den Doors-Sänger bei.

Seit 1971 liegt James Douglas Morrison am Pariser Ostfriedhof Père Lachaise in der 6. Division, 2. Reihe, Grab 5 begraben – seine letzte Ruhestätte hat bis heute einiges durchgemacht. Erst 10 Jahre später bekam das Grab erst einen richtigen Grabstein und eine Büste seines Kopfes. Beides wurde vom kroatischen Künstler Mladen Mikulin angefertigt und aufgestellt. Die Büste wurde jedoch nur wenige Jahre später, im März 1988, gestohlen. Da Jims Grab zudem immer wieder mit Graffitis beschmiert wurden 2004 Metallzäune aufgestellt und eine Wache eingesetzt. Heute kann man das Grab deshalb nur noch von etwas Entfernung bewundern, einen Besuch ist es – und der Friedhof – dennoch wert.

Übrigens: Nicht nur Jim Morrison hat auf Père Lachaise seinen Frieden gefunden. Auch die Grabstätten von Edith Piaf, Oscar Wilde und zahlreichen anderen Berühmtheiten können hier besucht werden.