Der Paranuss-Effekt

Ein Artikel von Sebastian Hirzer | 13.11.2018 - 15:32

Wir kennen das Phänomen vom Strand, vom Acker – und auch aus der Müslipackung: Große Objekte wandern immer nach oben. So befinden sich in der Müslipackung die größten Nüsse immer zuoberst, am Sandstrand stören immer wieder Steine und auf den Feldern müssen Landwirte regelmäßig Steine entfernen, die immer wie aus dem Nichts erscheinen.

Dieses Phänomen wird als „Paranuss-Effekt“ bezeichnet, was sich einfach selbst beobachten lässt. Legen Sie in ein Schraubglas einige größere Steine und füllen das Glas dann mit Sand auf. Das Glass dann einfach drehen und rütteln – und schon wandern die großen Steine nach oben. Weil das auch in der Müslipackung passiert und in den USA die dicksten Stücke oft Paranüsse sind, entstand dort erstmals die Bezeichnung für die Entmischung bzw. Segregation, wie es fachlich bezeichnet wird. Durch die rüttelnde Bewegung entstehen kurzzeitig Hohlräume, in die bevorzugt die kleineren Bestandteile des Müslis rutschen. Die größeren passen nicht hinein, so dass sie effektiv nach oben wandern. Das trifft auch am Feld zu, wo zwar niemand rüttelt, es aber ähnliche Prozessen und Bewegungen im Erdreich gibt, wodurch Steine aus größerer Tiefe nach oben gelangen.