Die größten Bahnhöfe der Welt

Ein Artikel von Verena Preining | 31.07.2026 - 10:16

1. Grand Central Terminal, New York – 67 Gleise

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Auf der Decke des Grand Central Terminal der Bahnhofshallte ist ein spiegelverkehrten Himmelszelt abgebildet © Veronika Toth/Shutterstock

Der unangefochtene Spitzenreiter steht mitten in Manhattan. Das 1913 eröffnete Grand Central Terminal besitzt 67 Gleise auf zwei unterirdischen Ebenen und gilt als größter Kopfbahnhof der Welt. Berühmt ist vor allem die monumentale Haupthalle mit ihrer Sternendecke, auf der der Himmel kurioserweise spiegelverkehrt dargestellt ist. Finanziert wurde der Bahnhof von der Vanderbilt-Familie, und nur durch den Einsatz prominenter New Yorker – darunter Jacqueline Kennedy Onassis – konnte sein Abriss in den 1970er-Jahren verhindert werden. Unter dem Gebäude verbirgt sich zudem das legendäre Track 61, ein geheimes Gleis, das einst Präsident Franklin D. Roosevelt nutzte.

2. Shanghai-Hongqiao, China – 41 Gleise

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Auf der Strecke nach Peking braucht der Hochgeschwindigkeitszug mit bis zu 35 km/h nur vier Stunden © August_0802/Shutterstock

Shanghai-Hongqiao ist der Prototyp des modernen chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahnhofs. Die 2010 für die Expo errichtete Anlage verfügt über 41 Gleise und verbindet Bahn, Flughafen und Metro zu einem gigantischen Verkehrszentrum. Die stützenfreie Wartehalle erstreckt sich über eine Fläche von mehreren Fußballfeldern, während tausende Solarpaneele auf dem Dach einen Teil der Energieversorgung übernehmen.

3. München Hauptbahnhof – 34 Gleise

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Der Bahnhof in der bayrischen Hauptstadt ist einübersichtlicher Kopfbahnhof © Wirestock Creators/Shutterstock

Mit 34 Gleisen ist der Münchner Hauptbahnhof der größte Bahnhof Deutschlands. Seine Geschichte reicht bis 1849 zurück, doch nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde er zwischen 1950 und 1960 neu aufgebaut. Heute befindet sich der Bahnhof erneut im Wandel: Ein umfassendes Modernisierungsprojekt schafft ein neues Hauptgebäude und eine zusätzliche unterirdische Stammstrecke. Trotz seiner Größe bleibt der Kopfbahnhof durch breite Bahnsteige und kurze Wege erstaunlich übersichtlich.

4. Shinjuku Station, Tokio – 35 Gleise

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Die grüne Yamanote-Linie fährt als Ringlinie im Kreis um das Zentrum von Tokio © Kamerakozou/Shutterstock

Die Shinjuku Station hält den offiziellen Guinness-Weltrekord als verkehrsreichster Bahnhof der Welt. Täglich passieren mehr als 3,5 Millionen Menschen das riesige Areal mit seinen 35 Gleisen und 36 Bahnsteigen. Was 1885 als kleine ländliche Station begann, entwickelte sich zu einem schier endlosen Labyrinth aus über 200 Ausgängen, unterirdischen Einkaufsstraßen und Zugängen zu Wolkenkratzern. Selbst viele Einheimische verlaufen sich hier regelmäßig.

5. Roma Termini, Rom – 32 Gleise

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Das geschwundene Vordach erinnert an einen Dinosaurier © 2024 JUAN ANTONIO ORIHUELA/Shutterstock

Roma Termini ist mit 32 Gleisen der wichtigste Bahnhof Italiens und das Tor zur Ewigen Stadt. Der Name erinnert an die nahegelegenen Diokletiansthermen aus der Antike. Besonders markant ist das geschwungene Vordach aus den 1950er-Jahren, das wegen seiner Form den Spitznamen „der Saurier“ trägt. Beim Bau wurden Teile der antiken Servianischen Stadtmauer entdeckt, deren Überreste heute noch im Bahnhofsbereich sichtbar sind.

6. Gare du Nord, Paris – 31 Gleise

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Seine prunkvolle Fassade zieren 23 Statuen, die wichtige europäische Reiseziele symbolisieren © 2022 MC MEDIASTUDIO/Shutterstock

Die 1846 eröffnete Gare du Nord zählt zu den ältesten großen Fernbahnhöfen Europas. Ihre monumentale Fassade wurde von Jacques Hittorff entworfen und ist mit 23 Statuen europäischer Städte geschmückt, die einst von hier aus erreichbar waren – darunter London, Berlin und Brüssel. Mit 31 Gleisen ist sie heute einer der wichtigsten internationalen Bahnknotenpunkte Europas und verbindet Paris mit dem Eurostar-Netz sowie zahlreichen TGV- und Fernverkehrsstrecken.

7. Frankfurt (Main) Hauptbahnhof – 29 Gleise

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Über dem Haupteingang ist eine Atlas-Statue angebrahct, die die Erde auf den Schultern trägt © geogif/Shutterstock

Als der Frankfurter Hauptbahnhof 1888 eröffnet wurde, galt er als flächenmäßig größter Bahnhof Europas. Die drei riesigen Eisen- und Glasbahnsteighallen sind bis heute ein Meisterwerk der Neorenaissance-Architektur. Über dem Haupteingang thront eine monumentale Atlas-Figur, die die Erdkugel auf ihren Schultern trägt. Mit 29 Gleisen bleibt Frankfurt einer der bedeutendsten Fernverkehrsknoten Deutschlands und verbindet Nord- und Süddeutschland mit zahlreichen internationalen Strecken.

8. Zhengzhou Ost, China – 30 Gleise

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Die Form de Bahnhofs ist an einem traditionellen Ritualgefäß orientiert  © 2024 Weiming Xie/Shutterstock

Zhengzhou Ost wurde 2012 als Herzstück des chinesischen „8×8“-Hochgeschwindigkeitsnetzes eröffnet. Der Bahnhof dient fast ausschließlich den pfeilschnellen Bullet-Trains und besitzt 30 Gleise. Seine Architektur orientiert sich an einem antiken chinesischen Ding, einem bronzenen Ritualgefäß, das traditionell für Macht und Stabilität steht. Damit verbindet der Bahnhof futuristische Infrastruktur mit symbolischer Anlehnung an die chinesische Kulturgeschichte.

9. Tokyo Station, Tokio – 28 Gleise

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Hinter dem Bahnhof aus Backstein ragen moderne Hochhäuser empor © 2024 Malcolm Fairman/Shutterstock

Die Tokyo Station wurde 1914 im europäischen Backsteinstil errichtet, um Japans Modernisierung und seine Öffnung zum Westen zu demonstrieren. Das markante rote Gebäude auf der Marunouchi-Seite bildet einen faszinierenden Kontrast zu den futuristischen Hochhäusern ringsum. Mit 28 Gleisen ist sie der zentrale Knotenpunkt des japanischen Eisenbahnnetzes – alle Shinkansen-Hochgeschwindigkeitsstrecken beginnen offiziell genau hier.

10. Zürich Hauptbahnhof, Schweiz – 26 Gleise

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Täglich passieren fast eine halbe Million Reisende den Knotenpunkt bei rund 3.000 Zugfahrten © Octavian Lazar/Shutterstock

Der Zürcher Hauptbahnhof geht auf das Jahr 1847 zurück und war Endpunkt der berühmten Spanisch-Brötli-Bahn, der ersten rein schweizerischen Eisenbahnlinie. Das heutige Renaissance-Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1871. Mit 26 Gleisen – darunter zahlreiche unterirdische Durchgangsgleise – ist Zürich der wichtigste Bahnknoten der Schweiz. Besonders eindrucksvoll ist die historische Bahnhofshalle, die heute regelmäßig für Ausstellungen, Veranstaltungen und den berühmten Weihnachtsmarkt genutzt wird. Über den Reisenden schwebt dort das farbenfrohe Kunstwerk „L’Ange Protecteur“ von Niki de Saint Phalle.