Die Teufelslöcher vom Hochkönig

Ein Artikel von Marion Pertschy | 16.04.2019 - 15:52

Um die zwei natürlichen Felsentore, die auf rund 2.700 m im Hochkönigstock in den Berchtesgadener Alpen, zwischen Lamkopf und Hochseiler liegen ranken sich alte Legenden: Unter dem Schnee und Eis der Almen ruht ein verlorenes Paradies. Einst verbrachten Kühe hier ein gemütliches Leben und gaben literweise Milch, die von den Sennerinnen zu köstlichem Käse und Butter verarbeitet wurden. Der Reichtum stieg ihnen jedoch zu Kopf und sie verprassten die wertvollen Lebensmittel. Als sie auch noch einem armen Wanderer herzlos die Tür wiesen, begrub sie der Berg mit samt ihren Rinderherden unter sich. Viele Jahre später ist nun auf dem Hochkönig ein neues Paradies entstanden.

Bei den Teufelslöchern gab eine gute Kräuterfee in der Gestalt eines Schmetterlings den neuen Almerern den Rat, nur jene Schätze der Natur zu verwenden, die nicht weniger werden, sondern immer wieder aufs Neue nachwachsen. Sie bereiteten also aus Löwenzahn goldenen Honig, aus Johanniskraut heilende Öl oder aus Heidelbeeren exquisiten Essig und vertrieben mit Räuchermischungen die bösen Geister. Als Dankeschön dafür, dass die Fee ihr wertvolles Wissen mit ihnen geteilt hatte, wurde sie jährlich mit einer Kräutertasche beschenkt, die prall mit den Juwelen des Hochkönigs gefüllt war.