Die 5 lustigsten Gipfel Österreichs

Ein Artikel von Sabrina Bühn | 12.03.2020 - 11:30

1. Arschlochwinkl – Steiermark/Oberösterreich

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Die alten Karten des Dachsteingebirges bergen viele kuriose Bergnamen © Dt. u. Österr. Alpenverein

Ein Klassiker unter den skurrilen Bergnamen macht den Anfang. Doch wie kommt es dazu, dass ein unschuldiger Berg so einen Titel tragen muss? Das Dachsteingebiet ist besonders reich an derben Namen für die Gipfel des Massivs und Grund dafür sind die damaligen Einheimischen. Diese waren einfach so genervt von der ewigen Nachfragerei der kaiserlichen Kartografen, die die Aufgabe hatten das Gebiet zu vermessen und zu benennen. Ständig mussten sie Auskunft geben über jeden Hügel und jede Senke. Die Bauern machten sich einen Spaß daraus absurde Namen zu erfinden und trieben so mit den Kartografen, die sich in den Bergen nicht auskannten, ihre derben Scherze. Denen blieb nichts anderes übrig, als die Namen für gegeben zu nehmen und in den Karten festzuschreiben.

2. Metzenarsch – Tirol

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Der Besuch der Königin von Bayern war Auslöser für die spontane Umbenennung eines Berges © Maler: Karl Joseph Stieler

Heute heißt der Berg leider nicht mehr Metzenarsch, sondern wurde aufgrund der Obszönität des Namens umbenannt in Kellenspitze. Als nämlich Königin Marie von Bayern zu Besuch in Tirol war und sich die Gipfel des Panoramas erklären ließ, brachte es der ortskundige Bergführer, der die Tour anleitete, nicht über sich, der Königin gegenüber das Wort Metzenarsch in den Mund zu nehmen. Er erfand schlichtweg prompt auf der Stelle einen neuen Namen – als Experte konnte ihn schließlich niemand anzweifeln! Mit Metzenarsch war übrigens der Hintern einer käuflichen Dame gemeint.

3. Misthaufen – Vorarlberg

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Misthaufen schlichten ist für manche eine eigene Wissenschaft © Svend77/Shutterstock.com

Der Berg namens Misthaufen verdankt seinen Namen der optischen Ähnlichkeit mit der spezifischen Form, in der die Bauern um Dornbirn ihre Misthaufen zu schlichten pflegten. Nicht etwa einfach aufgeschüttet, sondern zu quadratischen Formen angelegt wurden die Hinterlassenschaften gelagert. Der Berg mit seiner rechteckigen Form erinnerte die Landwirte eben am ehesten an ihre Misthaufen.

4. Bscheißer – Tirol

Der Grenzberg zwischen Deutschland und Österreich hat bereits viele Namen hinter sich: Scheißer in Spiz, Scheißer Kopf bis hin zum heutigen aktuellen Bscheißer. Wenigstens die Thematik dabei ist konsequent. Doch wieso dieser „Scheiß“? Aus historischen Erzählungen geht hervor, dass der Bergrücken immer schon regelmäßig Lawinen und Geröll herabließ. Die Felsbrocken und das Geröll, das so immer wieder auf die Weiden der Bauern im Tal geschickt wurde, brachte dem Berg den unliebsamen Namen ein. Denn die Bauern fühlten sich vom Berg „verscheißert“, mussten sie doch immer wieder, wenn gerade alles so schön steinfrei war, erneut Geröll von den Wiesen schaffen durch mühsame Arbeit.

5. Kothaufenberg – Niederösterreich

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Mit etwas Fantasie sieht jeder Berg wie ein Kothaufen aus. Die Anwohner hier haben diesem wohl seinen ehrenhaften Namen verliehen © Hermann Schachner

Der Kothaufenberg hat seinen Namen wohl wieder mal den kreativen Witzeleien der Ortsansässigen zu verdanken. Seine Form und relativ geringe Höhe von nur 1.000 m lässt allerdings kaum vermuten, dass der Anstieg dann doch relativ schwierig ist. Vor allem durch das Fehlen markierter Wege sollten sich nur erfahrene Berggeher an den Kothaufenberg wagen.