Das schwarze Gold des Waldviertels

Ein Artikel von Sabrina Bühn | 11.03.2020 - 08:11
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An speziell für Besucher zugänglich gemachten Stellen darf man sogar im Moor waten und so die Kraft des schwarzen Goldes hautnah spüren © Thomas Reicher/Shutterstock.com

Um mystische Moore ranken sich so manche Märchen und Geschichten – doch nicht zuletzt aufgrund ihrer einzigartigen Natur sind Moore heutzutage beliebte Ausflugs- und Wanderziele. Im Waldviertel in Niederösterreich findet man besonders viele davon zugänglich gemacht für interessierte Besucher und Genusswanderer. Die heilenden Eigenschaften, die dem Moor zugesprochen werden finden hier in vielerlei Formen Anwendung: Ob als wohltuende Wanderung durch die geheimbnisvollen Moorwälder oder als heilende Moorbehandlung mit dem Rohstoff selbst.

Doch was ist „Moor“ eigentlich genau? Als Moor bezeichnet man ein Feuchtgebiet, das innerhalb vieler Jahrtausende entstanden ist. Durch das Absterben von Pflanzen unter Luftabschluss konnte kein Sauerstoff mit den Inhaltsstoffen der Pflanzen reagieren. Die so erhaltenen Inhaltsstoffe im schwammigen Moorboden haben heilende Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Aber: Moorböden brauchen immerhin Jahrtausende um zu entstehen und können nicht einfach für den menschlichen Gebrauch alle abgetragen werden. Der wertvolle Rohstoff wird daher auch „schwarzes Gold“ genannt.

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Die Moorlandschaft präsentiert sich mit einer ihr ganz spezifisch angepassten Flora und Fauna und ist ein komplexes Ökosystem © lbrix/Shutterstock.com

Besonders alt sind die Hochmoore. Bei einer Wanderung durch den Naturpark Heidenreichstein oder den Naturpark Schrems erlebt man als Besucher die besondere Vegetation der Hochmoorlandschaften hautnah und darf über Steganlagen ganz nah an die geschützten Flächen heran. Spannend und anschaulich ist über Infotafeln und Schaukästen erklärt, wie die Moore entstanden und wer heute darin hochangepasst seinen Lebensraum findet.

Nicht nur der Boden im Waldviertel ist heilend, auch die Luft ist besonders wohltuend. Das gilt spezifisch für die ausgewiesenen Luftkurorte Niederösterreichs wie Litschau, Gars am Kamp und Bärnkopf. Das sogenannte Reizklima wird von warmen, milden Tagen und kühlen, erfrischenden Nächten bestimmt. Sogenannte Tropennächte sind hier eine seltene Ausnahme. Auch der Höhenreiz und die Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle um das begehrte Prädikat Luftkurort zu erhalten.