Gefroren – aber nicht freigegeben

Ein Artikel von Monika Stroj | 14.01.2026 - 12:51
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Ein herrliches Erlebnis – allerdings nicht ganz ungefährlich © Ground Picture/Shutterstock

Zahlreiche Seen und Teiche in ganz Österreich haben sich in den im Winter 2026 sehr kalten Tagen in natürliche Eisflächen verwandelt. Traditionell lockt das viele Eisläufer und Spaziergänger an, die sich auf diesen bewegen wollen. Allerdings täuscht die äußere Erscheinung häufig über Tragfähigkeit und Sicherheit hinweg – Vorsicht ist geboten!

Auch wenn die Oberfläche durchgehend dick zugefroren erscheint: durch Wasserzirkulation oder Zufluss von Grundwasser kann die Dicke der Eisdecke stark variieren. Besonders Wasserbereiche mit Ein- oder Ausflüssen sind gefährlich, unter einer Schneedecke können außerdem verdeckte Risse lauern. Wenn das Eis plötzlich bricht lauert Lebensgefahr – nicht nur für denjenigen, der sich im Wasser befindet, sondern auch für Helfer bzw. Einsatzkräfte.

Kaum offizielle Freigaben

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Der Neusiedler See verwandelt sich zum beliebten winterlichen Ausflugsziel – besonders, wenn man auf der Wasseroberfläche spazieren kann © P.Fabian/Shutterstock

Während sich Menschen vom Neusiedler See bis zur Alten Donau aufs Eis wagen, sucht man vergeblich nach der offiziellen Erlaubnis. Behörden, wie etwa die Stadt Wien, sprechen Warnungen aus und mahnen zur Vorsicht. Besonders in Uferzonen sind die Eisdecken oft nicht tragfähig – wer sich aufs Eis wagen möchte, tut das auf eigene Gefahr und sollte sich dieser auch bewusst sein.

Die wenigen natürlichen Eisflächen, auf denen es häufig Freigaben gibt, befinden sich in Kärnten. Allen voran lockt der Weissensee ganz offiziell aufs Eis: Dort gibt es im Winter 2026 einen über 4 km langen Rundkurs auf der Westseite der vereisten Fläche, der regelmäßig überprüft wird. Teilflächen sind auch am Aichwaldsee (nahe Faaker See/bei Villach) freigegeben.

Die offizielle Freigabe beinhaltet regelmäßige Messungen der Eisdicke sowie die damit einhergehende Haftung für Tragfähigkeit und Sicherheit. Wer plant, Eisflächen zu betreten, auf denen es keine offizielle Freigabe gibt, sollte sich nicht nur auf die Optik verlassen: aktuelle Eisberichte und lokale Hinweise müssen unbedingt beachtet werden. Außerdem sollte man niemals allein aufs Eis gehen und die Bereiche um Ein- und Auflüsse sowie Schilfgürtel, Brücken und Stege meiden.

Besonders am Eis gilt - Augen und Ohren auf: Wer Knack- oder Knirschgeräusche hört, Risse, Luftblasen oder Wasser auf der Eisoberfläche bzw. unterschiedliche Eisfarben sieht, sollte diese Warnzeichen ernst nehmen.