Kalte Füße, gute Gesundheit

Ein Artikel von Verena Preining | 24.03.2026 - 12:38
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Beim Wassertreten nach Kneipp werden die Füße in kaltes Wasser getaucht, was die Durchblutung anregt, das Herz-Kreislauf-System stärkt und Körper sowie Geist belebt. © shellygraphy/Shutterstock

Kneippen ist eine traditionelle Naturheilmethode aus dem deutschsprachigen Raum, die auf den Pfarrer Sebastian Kneipp zurückgeht.  Er entwickelte sie im 19. Jh. – ursprünglich, um seine eigene Tuberkulose zu behandeln – und daraus entstand ein ganzheitliches Gesundheitskonzept. Die Grundidee basiert auf dem Prinzip Reize setzen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. In Österreich ist Kneippen als Immaterielles Kulturerbe anerkannt und bietet eine bewusste Auszeit für Körper und Geist.

Das Kneippen besteht aus 5 Säulen:

  1. Mehr als 120 unterschiedliche Wasseranwendungen wie zum Beispiel das Wassertreten im „Storchengang“ und Armbäder. Sie fördern die Durchblutung und stärken das Immunsystem.
  2. Bewegung wie Spaziergänge und Wanderungen an der frischen Luft regen die Durchblutung an, bauen Stress ab und stärken das Immunsystem.
  3. Ernährung mit Vollkornprodukten als Energielieferanten, wenig fettige Nahrung, und eine Ausgewogene Mischung aus eiweißreichen und eiweißarmen Lebensmitteln.
  4. Heilpflanzen im Einsatz für Tees und Salben. Die Kraft der heimischen Heilpflanzen wird genutzt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern.
  5. Eine ausgewogene Lebensordnung steht im Mittelpunkt: Arbeit, Ernährung, Bewegung und Ruhe in Einklang bringen, um körperliche und seelische Balance zu erreichen.

Das Wassertreten in 8 bis 12 °C kaltem Wasser ist die zentrale Anwendung des Kneippens. Dabei geht man langsam barfuß durch kaltes Wasser und hebt die Knie hoch an. Danach streift man die Füße nur ab, ohne sie abzutrocknen. Das sorgt für eine bessere Durchblutung und oft auch für besseren Schlaf.

Warum funktioniert das? Kälte wirkt wie ein kurzer Stressreiz. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und danach erweitern sie sich stärker. Das trainiert das Herz-Kreislauf-System und kann das Immunsystem anregen. Kneippen ist bis heute sehr verbreitet – besonders in Kurorten und Alpenregionen wie Vorarlberg. Viele Parks haben kostenlose Kneipp-Anlagen.

Info: www.kneipp.com

„Das Wasser ist das natürlichste, einfachste, wohlfeilste und – wenn recht angewendet – das sicherste Mittel.“ Sebastian Kneipp, Kräuterpfarrer und Wasserguru (1821-1897)