Allergiker aufgepasst

Ein Artikel von Naturschutzbund/Monika Stroj | 04.05.2026 - 07:59
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Das Knäuelgras Dactylis glomerata ist eine jener Pflanzen, die durch ihre Pollenkörner Beschwerden bei Allergikern hervorrufen © CinemaPhoto/Shutterstock

Viele lieben zwar den Frühling – erleben ihn zugleich aber als eine der schrecklichsten Jahreszeiten, weil sie auf die winzig kleinen Begleiter der unzähligen Blüten allergisch reagieren. Verlässlich kommen jedes Jahr mit dem Abklingen der Baumpollen-Saison die Gräser an die Reihe – bei den meisten Allergikern verursachen sie die größten Beschwerden.

Vier Jahreszeiten und drei Pollen-Phasen

Wer mit Pollen zu kämpfen hat, empfindet eventuell wenig Freude über die warme Jahreszeit – denn, wenn nichts blüht, entfällt auch die Ursache des Übels. Je nach Witterung findet rund um den Monatswechsel von April auf Mai der Übergang von der Frühjahrsphase mit den Baumpollen auf die sommerlichen Gräserpollen statt. Bekannte Vertreter dieser Zeit sind das Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), der Roggen (Secale cereale), das Knäuelgras (Dactylis glomerata), das Deutsche Weidelgras (Lolium perenne) und das Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), im Spätsommer startet noch einmal ein Höhepunkt mit der Blüte von Beifuß und Ambrosia.

Biologisch betrachtet ist der gelbe Pollenstaub Träger des männlichen Erbguts von Pflanzen. Sie brauchen ihn also für ihre Reproduktion von Blüte zu Blüte. Damit das Erbgut möglichst unversehrt sein Ziel erreicht, ist es mit einer Art „unzerstörbarem Panzer“ aus sogenanntem Sporopollenin ausgestattet. Dieser Stoff ist höchst widerstandsfähig und wird daher auch in Forschungsbereichen wie dem Klima oder der Spurensicherung eingesetzt.

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Die widerstandsfähigen Pollenkörner tragen das pflanzliche Erbgut in sich und werden vom Immunsystem fälschlicherweise als Krankheitserreger eingestuft © peterschreiber.media/Shutterstock

Fehlreaktion des Immunsystems

Für die typische Pollenallergie verantwortlich sind sogenannte Windpollen – sie sind klein, glatt und trocken, werden in unzähligen Mengen produziert und verbreiten sich mit dem Wind. Dadurch können sie auch weit entfernte Blüten erreichen und bestäuben. Es gibt außerdem Insektenpollen (diese kann man gut an Bienen und Hummeln erkennen, wenn sie von Blüte zu Blüte fliegen und dadurch die Bestäubung mit dem bereits an ihrem Körper anhaftenden Pollen durchführen) und Wasserpollen, die nicht für Allergiker relevant sind.

Das Immunsystem eines Allergikers erkennt die Proteine des Pollens und stuft sie als gefährliche Krankheitserreger ein – im Grunde eine Verwechslung, die vermutlich auf moderne Hygienestandards und zunehmende Umweltbelastungen zurückzuführen ist. Betroffenen wird geraten, regionale Vorhersagen zu nutzen. Bei trockenem, windigen Wetter erreichen Gräserpollen ihre höchste Konzentration. Abhilfe im Innenraum können Pollenschutzgitter und regelmäßiges Staubsaugen schaffen, um die hartnäckigen Panzer am Ende des Tages loszuwerden gelten abendliches Duschen und Haarewaschen als sinnvoll.

Info: Polleninformation Österreich