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Der Goldschakal gilt als der am weitesten verbreitete Schakal, er ist goldgelb bis grau gefärbt © Martin Prochazkacz/Shutterstock
Schakale sind Wildhunde, die an Wölfe erinnern – aber deutlich kleiner sind. Die opportunistischen Fleischfresser, die sich von kleinen und mittleren Beutetieren sowie Aas, aber auch Insekten, Beeren oder Früchten ernähren, gehen nachts und in der Dämmerung allein oder in Gruppen auf die Jagd. Das Wort Schakal bedeutet so viel wie „der Heulende“ – was einen deutlich hörbaren Hinweis auf das Tier gut beschreibt.
Vor einigen Jahren wurde der 19. April als „World Jackal Day“ definiert, um den Schakalen Aufmerksamkeit zu schenken, auf ihre Bedeutung und ihr zunehmendes Vorkommen hinzuweisen und neue Informationen über diese interessante Tierart zu verbreiten.
Weltweit sind drei Arten von Schakalen bekannt: der Streifen- und der Schabrackenschakal in verschiedenen Regionen Afrikas, das größte Verbreitungsgebiet hat der in Eurasien vorkommende Goldschakal Canis aureus. Weitschichtig verwandt sind außerdem die in Afrika lebenden Goldwolf und Äthiopischer Wolf (auch Abessinischer Schakal) und der nordamerikanische Kojote, die ähnliche Lebensräume und -weisen teilen. Auch in Südamerika lebt ein Wildhund, der Andenschakal, der allerdings kein Verwandtschaftsverhältnis mit den anderen aufweist.
Exot oder schon heimisch?
In Österreich gilt der Goldschakal mittlerweile als heimisch. Sein goldgelbes bis gräuliches Fell und rund 80 bis 105 cm Körperlänge (der Schwanz bis zu 30 cm) und ca. 40 bis 50 cm Schulterhöhe machen ihn aus. Damit liegt er genau zwischen dem Fuchs und dem Wolf – mit denen er bei Sichtungen auch gerne verwechselt wird. Im Vergleich zum Fuchs sind beim Goldschakal allerdings der Schwanz kürzer und die Beine viel länger, die spitzen Ohren liegen weiter auseinander. Verglichen mit dem Wolf (Schulterhöhe bis zu 90 cm) ist der Goldschakal deutlich kleiner. Wer Pfotenabdrücke sieht, kann sie anhand der Ballenform gut unterscheiden: Im Gegensatz zu Füchsen und Wölfen, aber auch Hunden, sind bei Goldschakalen die beiden Mittelballen im unteren Teil miteinander verwachsen – sie erinnern an die Form eines Herzens.
Grundsätzlich lebt der Goldschakal in offenen Landschaften wie Savannen oder Halbwüsten mit Felsen, er scheut aber auch die menschliche Nähe nicht und gilt als sehr anpassungsfähig. So konnte er sich von Südosteuropa ausgehend immer stärker ausbreiten und wurde auch schon in Skandinavien gesichtet. Erstmals gab es in Österreich 1987 einen Nachweis in der Steiermark, im Jahr 2023 war Wien das letzte Bundesland mit bestätigtem Erstnachweis.
In Österreich steht der Goldschakal nicht unter Schutz und wird als jagdbare Art mit Schuss- und Schonzeiten – geregelt je nach Bundesland - geführt. Es gibt Meldungen von Rissen bei Schafen und Ziegen, auch Gelege von bodenbrütenden Wildvögeln könnten dem Goldschakal zum Opfer fallen. Der natürliche Feind des Goldschakals wäre der Wolf. Füchse meiden ihn und ziehen sich aus Revieren, in denen sich Goldschakale ausbreiten, tendenziell zurück.
Was tun bei einer Begegnung?
Der Goldschakal gilt für den Menschen als ungefährlich und wird, aufgrund seiner zurückgezogenen und scheuen Lebensweise, nur selten gesichtet. Um die Forschung zu unterstützen, sollte man gerade deswegen eine derartige Sichtung nach einem Aufeinandertreffen in freier Wildbahn registrieren – optimal mit Bild- oder Tonaufnahmen. Der aktuelle Wissensstand wurde 2025 in einem Buch publiziert, im Rahmen des „World Jackal Day“ findet am 19. April 2026 eine kostenlose Online-Veranstaltung statt.
Info: www.goldschakal.at