Der Binnensee der Superlativen

Ein Artikel von Sebastian Hirzer | 07.11.2018 - 10:28

Er ist so groß (größer als alle Nordamerikanischen Süßwasserseen gemeinsam), dass ihn die Russen ehrfürchtig als Meer bezeichnen, und hat ein so klares Wasser, das weltweit seinesgleichen sucht. Unter den dicken Eisschichten, die sich hier im Winter bei bis zu -50 °C bilden, entwickelte sich über die Jahrtausende hinweg eine einzigartige Fauna. So findet man beispielsweise ein seltsames Geschöpf namens „Krupki“, das aussieht wie eine Unterwasserpflanze, vielmehr jedoch ein Meerestier ist. Diesem Tier gesellt sich die endemische Baikalrobbe namens „Nerpa“, die zu einer ganz seltenen Spezies gehört:  Robben in süßen Gewässern. Einer Theorie zufolge sind sie einst die Flüsse hochgewandert und im Baikalsee sesshaft geworden.

Zudem gilt der Baikalsee in Sibirien mit mehr als 25 Millionen Jahren als der weltweit älteste Süßwassersee. Mit 1.642 m Tiefe ist er der tiefste Binnensee der Erde. 20 Prozent des weltweiten Süßwasseraufkommens findet man im Baikalsee. Grund genug, dass 1996 die riesige Baikalregion zum UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.