Die dunkelhäutigen Blondschöpfe der Tropen

Ein Artikel von Marion Pertschy | 11.03.2019 - 14:36

Lange Zeit war es ein ungeklärtes und gleichzeitig besonders außergewöhnliches Phänomen – bis Forscher einen Gendefekt feststellten. Östlich von Neuguinea, im Kulturraum von Melanesien, liegt die Inselgruppe der Salomonen. Neben einer atemberaubenden Fauna und Flora a là Südsee gibt es hier aber auch noch eine ganz andere Besonderheit. Viele der Bewohner der Inseln haben tatsächlich strohblonde Haare.

Nur etwa zwei Prozent der Menschheit hat von Natur aus blonde Haare, die meisten davon leben in Europa. Auf den Salomonen, mehrere tausend Kilometer von dem Kontinent, auf dem wir Leben, entfernt, trifft man aber nicht nur auf die Menschen mit der dunkelsten Haut außerhalb von Afrika, sondern auch auf eine ganze Reihe Personen mit blond-gelockter Haarpracht – bis zu 10 % der Inselbewohner.

Anders als anfangs vermutet, verdanken sie die aber nicht europäischen Vorfahren, sondern einem vererbbaren Gendefekt, wie Foscher der Stanford University und der University of Bristol herausfanden. Eine Genmutation bewirkt, dass die Pigmentzellen weniger Melanin produzieren und die Menschen somit blond sind. Außerhalb von Ozeanien findet man diese ungewöhnliche, aber hübsche Genmutation laut Forschern nicht.