Thermalquellen wie von einem anderen Stern

Ein Artikel von Marion Pertschy | 29.04.2019 - 15:03

Wir sind noch auf der Erde und in Europa, die Thermalquellen in dem italienischen Örtchen sind jedoch von überirdischer Schönheit. In Saturnia gibt es die „Bagno secco“, eine Thermalbadruine aus der Römerzeit, eine romanische Kirche, die „Porta Romana“ und die Überreste der etruskischen Stadtmauer, das Castello Ciacci und andere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten. 

Dennoch ist es die beachtliche Thermalanlage mit den natürlichen Thermalquellen, die dem Ort den wirtschaftlichen Aufschwung brachten. Die Wurzeln von Saturnia gehen laut archäologischen Funden bis in die Zeit vor den Etruskern zurück. Bereits vor der Ankunft des  etruskischen Volkes war die Region bevölkert, aber erst nach der Eroberung Etruriens durch die Römer (280 v. Chr.) wurde Saturnia ein blühendes Zentrum der Landwirtschaft und erreichte eine politische Autonomie, die darin gipfelte, dass der Ort zum „Municipium“ des gesamten umliegenden Hügelgebiets ernannt wurde.

Etwa 1 km außerhalb des Ortes liegen sie – Sinterbecken, gefüllt mit dem stechend blauen Thermalwasser. An den Hängen des Monte Amiata sammelt sich Regenwasser in rund 200 m Tiefe und reichert sich mit Schwefel an. Nach 30 Kilometern kommt das Wasser in Saturnia wieder an die Oberfläche und ergießt sich über die Cascate del Mulino. Pro Sekunde strömen 800 Liter warmes, schwefelhaltiges Wasser in die Becken. Das Baden hier ist kostenlos.