Polen: Handwerk unter der Erde

Ein Artikel von Marion Pertschy | 11.06.2019 - 13:34

Tief im inneren der Berge, hunderte Meter unter der Erde wird geklopf, gehämmert, geschleppt und geschuftet. Der Bergbau hatte in Polen lange Tradition, rund 90 % der Elektrizität wird etwa aus Kohle gewonnen – mittlerweile schließen aber auch die ÜBerbleibsel des Kommunismus nach und nach ihre Pforten. Manche Bergwerke in unserem Nachbarland, die heute für Touristen im Rahmen von Führungen zugängliche sind, zeugen von einer langen bewegten Geschichte. Hier sind zwei Beispiele:

Salzbergwerk Wieliczka, Krakau

Das Salzbergwerk südöstlich von Krakau gelegen, zählt gemeinsam mit dem Salzschloss zum UNSECO-Weltkulturerbe – tatsächlich seit 1978 sogar zu den zwölf schützenswertesten und ist eines der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke der Welt. Als Mitte des 13. Jh. die Salzquellen über Tage erschöpft waren, wurde für den Betrieb der Salzsiederei unter Tage nach Salzsole gesucht. Dabei entdeckte man die Steinsalzlagerstätten. Seit dem 15. Jahrhundert wurden Maschinen und seit dem 17. Jahrhundert Pferde im Bergwerk eingesetzt.

Die Touristenroute führt bis 130 m in die Tiefe. In Steinsalz gehauene Kammern, unheimliche unterirdische Salzseen, einmalige Salzskulpturen und prächtige Zimmerkonstruktionen wie die Hl. Kinga-Kapelle – Herzogin Kinga, der die Kapelle gewidmet wurde, soll einer Legende nach dank des Salzes den Reichtum für Polen gebracht haben –  warten auf dem Weg.

Info: www.salzbergwerkwieliczka.de

Silberbergwerk Tarnowskie Góry

Seit 2017 ist auch das ehemalige Blei-, Silber- und Zinkbergwerk in Oberschlesien im Süden Polens UNESCO Weltkulturerbe. Ein 1.740 m langer, barrierefreier Rundweg in 40 m Tiefe – 270 m werden mit dem Boot zurückgelegt – schickt die Besucher auf eine Entdeckungsreise durch das Silberschaubergwerk. Der „Sztolnia Czarnego Pstrąga“, oder auch Schwarze-Forelle-Stollen, war der erste, der für den Tourismus genutzt wurde. Seit 1957 sind dort 600 m lange Bootsfahrten möglich.
Überirdisch zeigt ein Freilichtmuseum Dampfmaschinen verschiedenster Hersteller und Baujahren.

Info:
kopalniasrebra.pl