Fingal's Cave: Die Höhle des Sagenkönigs

Ein Artikel von Marion Pertschy | 01.07.2019 - 14:12

Fingal ist im Werk „Ossian“ des schottischen Dichters James Macpherson der gutmütige König des fiktiven schottisch-irischen Reiches Morven und Vater von Ossian. Die Basaltformation, die die Hebrideninsel so bekannt machte, sind nach dem Held des Epos benannt. Entdeckt wurde sie im August 1772 vom englischen Naturforscher Joseph Banks, der auf dem Weg zu einer Expedition nach Island die Insel passierte und die Höhle besuchte und beschrieb.

Im 19. Jh. war die die Felseninsel Staffa eine wahre Touristenattraktion. Bis zu 300 Gäste landeten täglich hier, um die Höhle, deren Basaltformationen vor Millionen von Jahren im Tertiär entstanden, zu besichtigen. Selbst Königin Victoria oder Theodor Fontane ließen es sich nicht nehmen, ihr einen Besuch abzustatten. Der Bootsverkehr wurde jedoch weitgehend eingestellt, nur noch wenige kleine Boote von Mull und Iona fahren Staffa heute noch an. So wurde die Fingal's Cave zur „berühmtesten, jedoch am wenigsten besuchten Höhle der Welt.“

Anders ist das etwa beim in Nordirland gelegenen „Giant's Causeway“. Der Weg aus 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die ein Alter von etwa 60 Millionen Jahren aufweisen, führt etwa fünf Kilometer die Küste entlang bevor er im Meer verschwindet und – der Legende nach – auf Staffa als Fingal's Cave wieder zum Vorschein kommt. Die „Landbrücke des Riesen“, UNESCO Weltkulturerbe seit 1986, lockt jährlich tausende Touristen an.  

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Der Giant's Causeway wird von tausenden Touristen besucht.
© Hajotthu/WikiCommons

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© WikiCommons

Auch der bekannte französiche Autor Jules Verne machte die Höhle zum Teil eines seiner Abenteuerromane. „Der grüne Strahl“ ist eine Liebesgeschichte, bei der die Reisenden auf der Suche nach dem letzten Funken grünen Lichts beim Sonnenuntergang, in Fingal's Cave Schutz vor einem Orkan suchen.