Die Tropenperle und ihr Löwenfelsen

Ein Artikel von REISEN-Magazin/djd | 19.08.2019 - 09:36

Die Tropeninsel Sri Lanka liegt südöstlich von Indien im Indischen Ozean. Bis 1972 wurde der Inselstaat Ceylon genannt, danach wurde er zu einer Republik mit dem Namen „Sri Lanka“. Die tropische Vielfalt, Farben und Düfte, die großartigen Tempel und die Freundlichkeit der Menschen ziehen immer mehr Besucher aus Europa in den Bann der Insel.

Nur circa 450 km lang und 230 km breit ist Sri Lanka - und damit sogar etwas kleiner als Österreich. Doch auf diesem engen Raum ballt sich eine beeindruckende Vielfalt: Gipfel von bis zu 2.500 m Höhe, fruchtbares Tiefland, Regenwald, Traumstrände, Elefanten, Affen, Krokodile und Leoparden. Tatsächlich ist die Insel in Sachen Fauna und Flora ein Biodiversitäts-Hotspot Asiens. Neben zahlreichen Pfalnzen- und Tierarten ist aber vor allem der Bodhibaum, der in Anuradhapura steht, eine Besonderheit. Er ist der älteste historisch bekannte Baum der Welt und soll ein unmittelbarer Ableger jenes Bodhibaumes in Indien sein, unter dem Buddah die Erleuchtung fand.
Dazu kommt die einzigartige Kultur mit buddhistischen und hinduistischen Tempeln, bunten Märkten und exotischen Speisen. Das Klima ist tropisch und wird durch die Monsune bestimmt.  

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Sri Lanka ist für die Freundlichkeit seiner Menschen bekannt. Gerade bei individuellen Reisen lässt sich oft Kontakt zu Einheimischen schließen © djd/Umfulana - Reiseveranstalter

Spiegelwand und Wolkenmädchen

Berühmt sind vor allem die alten buddhistischen Ruinen wie die Festung Sigiriya aus dem 5. Jh., die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Den „Löwenfelsen“ besichtigt man am besten früh morgens, bevor die Hitze kommt. Vom 200 m hohen Monolith mit der beeindruckenden Felsenfestung hat man einen atemberaubenden Weitblick über die grünen Landschaften Sri Lankas.

Das Löwentor, das auf halber Höhe den Eingang der Zitadelle beschützt, war vermutlich Namensgeber des Felsens. Vom riesigen Löwenkopf, durch dessen Maul man einst den steilen Aufsteig begann, sind noch die Tatzen erhalten geblieben.

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Der Buddhismus spielt auf Sri Lanka eine große Rolle. Prächtige Tempel wie hier in Jaffna zeugen davon © djd/Umfulana - Reiseveranstalter

Wunderschön sind auch die barbusigen „Wolkenmädchen“, die von den bunten Fresken in den Felsnischen lächeln. Sie zieren einen Felsenüberhang etwa auf halber Höhe zur Ruine. Einer Inschrift zufolge soll es einmal 500 dieser Zeichungen gegeben haben, 22 kann man heute noch bewundern. Nicht erlaubt ist es allerdings, die Damen mit ihren nackten Busen zu fotografieren. Sie inspirierten schon vor 1.000 Jahren Besucher, auf der sogenannten Spiegelwand eingeritzte Kommentare zu hinterlassen, die sich auf dem Weg kurz vor dem nördlichen Plateau befindet. Zu Lebzeiten des Königs wurde diese Wand auf hochglanz poliert – daher der Name. Die Graffitis die vom 7. bis zum 11. Jh. hinterlassen wurden, stellen die ältesten Zeugnisse singhalesischer Dichtkunst dar und beschäftigen heutzutage die Sprachforscher. 

Am besten erkundet man die Anlage mit einem Führer, der Interessantes über die Geschichte, die Kunstwerke und Einrichtungen der Festung erzählen kann. So ließ König Kassapa I ein komplexes System von Wasserspeichern, Becken und Brunnen anlegen, die bis heute funktionstüchtig sind. Am Fuße des Felsens entstanden weitläufige Gärten mit Bädern und Fontänen. Auch sollen 500 Konkubinen aus aller Welt im Palast gelebt haben. Zudem befindet sich wenige hundert Meter entfert der Felsen Pidurangala. Bei seinem Besteigen kommt man auf halbem Weg an einem liegenden Buddah vorbei.