Die wahren Reise-Geheimtipps

Ein Artikel von Monika Stroj | 10.03.2026 - 10:19
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Die Berge des Himalaya-Massivs sorgen für spektakuläre Ausblicke im nordostindischen Bundesstaat Arunachal Pradesh © LOREN SONOWAL/Shutterstock

Mit Übertourismus dürfte man an diesen Destinationen nicht zu kämpfen haben. Geheimtipps, die noch über Potenzial zur Entdeckung von Unbekanntem und ausreichend Kapazitäten, Reisende willkommen zu heißen, verfügen. Ohne, dass man sich den Kopf über lange geplante Reservierungen und den optimalen Zeitpunkt aufgrund der Besucherströme zerbrechen muss. Ganz im Gegenteil – verantwortungsvoller Tourismus soll zwar auch den Reisenden, viel mehr aber den Einheimischen dienen und positiven Einfluss auf die besuchten Orte und ihre Bewohner haben.

Diese „Not-Hot-Destinationen“ für das Jahr 2026 sind vielfältig, authentisch und beinhalten sowohl Berg- als auch Strand- und Stadtabenteuer – etwa in Mexiko, Kirgisistan oder Sierra Leone.

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Südostanatolien gilt als touristischer Geheimtipp © Nejdet Duzen/Shutterstock

Türkei: Gaziantep

Das kulturelle und kulinarische Erbe von Südostanatolien ist für Einheimische zwar kein Geheimtipp, für die meisten internationalen Gäste liegt die Region allerdings weniger im Fokus und soll nun touristisch wiederbelebt werden. Zahlreiche UNESCO-Welterbestätten findet man etwa rund um die Städte Şanlıurfa und Gaziantep. Letztere wurde offiziell zur UNESCO-Kreativstadt der Gastronomie auserkoren. Farbenfrohe Gewürzmärkte, würzige Kebabs und unendliche Baklava-Varianten laden zum Schlemmen und Probieren ein. Historische Karawanenhöfe, das Mosaikmuseum und die Ausgrabungen von Belkis-Zeugma runden das Erlebnis ab.

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Die weite Bergwelt Kirgisistans genießt man am besten zu Fuß – oder am Rücken eines Pferdes © Nick N A/Shutterstock

Kirgisistan: Tienshan-Gebirge

Wandern, unberührte Natur und unendliche Weite - das „himmlische Gebirge“ ist ein wahrhaftes Trekking-Paradies in Kirgisistan und bekommt zunehmend Aufmerksamkeit von Abenteurern aus der ganzen Welt. Die wilde Landschaft wartet mit schroffen Gipfeln, türkisblauen Gletscherseen und unendlich weiten Hochebenen auf. Geprägt wird die touristische Erfahrung von den Nomaden, die schon lange in diesem Gebiet leben – man reitet oder wandernd etwa entlang des 2.000 km langen Kyrgyz Nomad Trails.

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Der indische Bundesstaat lag aufgrund der eingeschränkten Erreichbarkeit für den Tourismus lange verborgen © Ashoke Ghose/Shutterstock

Indien: Arunachal Pradesh

Durch strenge Einreisebestimmungen und Abgeschiedenheit lag die Region im Nordosten Indiens Arunachal Pradesh lange Zeit im Schatten. Die Kombination aus hohen Himalaya-Gipfeln und -Tälern, alten buddhistischen Klöstern und einer bunten Stammeskultur macht sie allerdings höchst spannend. Daher möchte man jetzt durch eine neue Tourismusstrategie, die auf authentische Aufenthalte bei Gastfamilien und lokal geführte Erlebnisse baut, den Bekanntheitsgrad der Region steigern. Das neu ins Leben gerufene „Sunrise-Festival“ leistet seinen Beitrag dazu.

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Die Artenvielfalt auf Tiwai-Island ist überwältigend © Tychian/Shutterstock

Sierra Leone: Gola Forest Nationalpark

Das westafrikanische Land möchte sich neu als führend im Ökotourismus positionieren. Für ihre vielfältige Tierwelt bekannt ist etwa die Insel „Tiwai“ im Moa-Fluss. In einfachen Lodges kann man den dichten Regenwald erkunden, seltene Affenarten kennenlernen und über 135 Vogelarten hautnah erleben. Ein Erlebnis, bei dem man fast unberührte Natur in selten gewordener, echter Abgeschiedenheit erfährt.

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Mystische Nebelwälder und spannende Naturphänomene warten unweit von Oaxaca © JESUS LUQUIN/Shutterstock

Mexiko: Sierra Norte de Oaxaca

In der Sierra Norte liegt bei Oaxaca eines der besten Beispiele für die Umsetzung von indigenem Tourismus. Mit lokalen Guides wandert man durch mystische Nebelwälder und erfährt authentisch das Leben der Einheimischen in den acht Bergdörfern, den sogenannten „Pueblos Mancomunados“, wenn man in rustikalen Hütten übernachtet und ihre Küche kennenlernt. Die Dörfer teilen nach einem gemeinschaftlichen Modell Gewinne untereinander auf, die Anzahl der Besucher ist limitiert. Spannende Naturphänomene wie „Hierve el Agua“ - versteinerte Wasserfälle aus Mineralien – und zapotekische Ruinen wie Monte Albán und Yagul sind weitere beliebte Ausflugsziele in der Region.

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Die Straßen von Ataco an der Ruta de las Flores sind vom bunten kolonialen Stil geprägt  © Omri Eliyahu/Shutterstock

El Salvador: Ruta de las Flores

Wer nach El Salvador reist, freut sich auf Surfstrände, aktive Vulkane und Maya- Ruinen. Die Ruta de las Flores wird meist erst dann entdeckt, wenn man schon vor Ort ist. Sie schlängelt sich durch malerische, kolonial geprägte Städte wie Juayúa und Ataco mit bunt bemalten Fassaden. Streetfood und Kaffeegeruch sind überall präsent, bei Vulkanwanderungen und Wasserfalltouren lassen sich einzigartige Naturschauspiele entdecken.