Backsteingiebel, mächtige Kirchen und alte Häfen erzählen an der deutschen Ostseeküste von einer Zeit, in der Kaufleute Handel und Politik bestimmten. Eine Reise von Bremen über Lübeck, Wismar und... Mehr lesen ...
Neben historischen Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt in der Nähe der tschechischen Grenze auch eine Vielzahl an aktueller Kunst und Kultur © Petr F. Marek/Shutterstock
Trenčín ist 2026 Europäische Kulturhauptstadt (gemeinsam mit Oulu in Finnland). Das vielfältige Programm bietet Erlebnisse rund um Traditionen, Handwerk, Musik und Kultur und zielt darauf ab, die Neugier der Menschen zu erwecken. Abseits davon lohnt sich ein Besuch in der Stadt, deren Wahrzeichen die Burg und eine in ein Felsmassiv gehauene römische Inschrift sind. Viele der Aktivitäten und Veranstaltungen anlässlich des Kulturhauptstadtjahres sind kostenlos und bleiben zum Teil auch nach 2026 noch frei zugänglich.
Gleichberechtigung und Gastfreundschaft
Die Ausstellung ist eine der Hauptattraktionen und beschäftigt sich im frisch renovierten Stadtmuseum mit den Herausforderungen unserer Zeit, wie etwa sozialer und ökonomischer sowie der Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern, der Klimakrise, geopolitischen Konflikten oder dem Einfluss von Technologie, Social Media und künstlicher Intelligenz. Mit Hilfe der Kunst wird zu kritischer Reflexion und Dialog angeregt, Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu finden, während die Grenzen zwischen lokal und global fließen.
Geschichte in der Burg
Die Ausstellung „Romans and Slovakia“ gastiert nach ihrem Erfolg in Bratislava in der Burg Trenčín. Dabei wird konkretes Augenmerk auf die Entdeckungen aus der Römerzeit rund um die berühmte Inschrift aus dem 2. Jh. gelegt. Diese einzigartige Spur wurde von Soldaten Marc Aurels während der Markomannenkriege hinterlassen. Die Stadt war für vier Jahrhunderte die Grenze zwischen dem Römischen und dem Reich der Barbaren, daher ein wichtiger Ort, an dem Handel, Kultur, Militär und diplomatische Beziehungen aufeinandertrafen.
Zwischen Tradition und Standardisierung
In der Bazovsky Galerie begibt man sich auf eine architektonische Spurensuche in die 1950er-Jahre. Vorurteilsfrei wird der Baustil der Epoche in der Region Trenčín beleuchtet, der die Stadtbilder von der Planung bis zu sozialen Zusammenhängen bis heute beeinflusst.
Ort der Heilung
Im Umfeld des Krankenhauses lädt „Healing by Place“ dazu ein, den Einfluss von Farbe, Licht und Textilien auf die psychische Gesundheit und die Genesung bzw. das Wohlbefinden von Patienten und Gesundheitspersonal zu erleben. Das Projekt sieht Krankenhäuser nicht nur als einen Ort der Behandlung, sondern auch als Quelle von Licht, Energie und Ruhe. Kunst auf Glasfenstern wird dabei – ähnlich wie in Kirchenräumen – dazu eingesetzt, einen Ort angenehmer und menschlicher zu gestalten, zu entschleunigen und Sicherheit zu vermitteln.
Das leise Gewicht der Stimmen
Fragen von Gleichheit, Stimme und Teilhabe werden jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 16 bis 18 Uhr im Rathaus gestellt, wo sich anhand der Dalit (die sogenannten Unberührbaren) in Indien die lokale mit der globalen Ebene verbindet .
Unsichtbar
Das unsichtbare Monument lädt im 215 ha großen Waldpark Brezina dazu ein, ein interaktives Ausstellungsstück zu erkunden, das auf die menschliche Stimme antwortet und damit Gehörtes in Bilder verwandelt und unsichtbare Verbindungen zwischen Landschaft, Erinnerung und Musik freilegt.
Eine grüne Linie
Themen rund um Umwelt, Klima, Biodiversität und Aktivismus sammeln sich um eine zerbrechliche, grüne Linie. Die aufstrebende Klimabewegung, die durch Pandemie und internationale Konflikte verlangsamt wurde, ist wesentlicher Bestandteil mehrerer Projekte, die zur „thin green line“ gehören, wie z. B. „Who owns the weather“ oder Rudolf Sikoras ikonisches „Rufzeichen“.
Info: www.trencin2026.eu