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Waldbrände betreffen immer häufiger auch weiter nördlich gelegene europäische Gebiete © The_candyology/Shutterstock
Nachrichtenmeldungen von großen Waldbränden in Griechenland oder Spanien gehören fast jeden Sommer dazu. Im Jahr 2026 kämpfte man auch in Belgien, Großbritannien oder Norditalien, unweit der Grenze zu Kärnten, gegen die Flammen an. Auch in Österreich sind kleinere Waldbrände zur Normalität geworden – allerdings waren 2026 der große Brand im Kärntner Lesachtal sowie im Föhrenwald bei Wiener Neustadt zwei außergewöhnlich große Ereignisse.
Der lange ersehnte, gebuchte Sommerurlaub soll Erholung bringen – wenn aber kurz vor der Abreise Bilder von brennenden Wäldern, Evakuierungen und Rauchwolken am Urlaubsort in den Medien auftauchen, kann das die Vorfreude schnell trüben. Dennoch bedeutet das noch nicht, dass man die Reise absagen muss. Wer in eine gefährdete Region reist, muss deshalb nicht automatisch zu Hause bleiben. Entscheidend sind die konkrete Situation vor Ort und die weitere Entwicklung der Lage – um das zu beurteilen, sollte man auf verlässliche Quellen, wie z. B. lokale Behörden, zählen.
Die Schäden an der Natur bleiben nach einer solchen Katastrophe meist noch lange sichtbar © Ververidis Vasilis/Shutterstock
In erster Linie ist Aufmerksamkeit für solche Situationen ein guter Begleiter. Waldbrände können zwar räumlich begrenzt sein, allerdings können sich die Bedingungen durch Wind, extreme Hitze und trockene Vegetation auch innerhalb weniger Stunden ändern. Beachten sollte man daher:
- Größe und Ausbreitung des Feuers
- Wetterentwicklung und die aktuelle Windrichtung sowie Luftqualität (Rauch enthält schädliche Partikel, die über weite Strecken transportiert werden können – den Aufenthalt im Freien daher gegebenenfalls reduzieren)
- Behördliche Warnstufen, Evakuierungsaufforderungen sowie Straßensperren bzw. etwaige andere Sperrgebiete, wie z. B. auf Wanderwegen
- Entfernung der Unterkunft vom Brandgebiet bzw. noch vor Reiseantritt die Erreichbarkeit der Region abklären (z. B. Einschränkungen von Verkehrswegen)
- Um selbst nicht zum Auslöser einer Katastrophe zu werden: Zigaretten, Lagerfeuer, Griller und andere Zündquellen können in trockenen Gebieten fatale Folgen haben – in Risikogebieten herrschen meist entsprechende Verbote
Solche Warnungen sind auf jeden Fall ernst zu nehmen, um nicht selbst Auslöser einer Katastrophe zu werden © 2026 kb-photodesign/Shutterstock
Seriösen, offiziellen Quellen vertrauen
Bei größeren Ereignissen findet man über die Reisewarnungen des österreichischen Außenministeriums aktuelle Informationen mit laufenden Updates. Es sollten auch immer die lokalen Behörden der entsprechenden Region in Betracht gezogen werden – hier könnte man sich etwa vorab die entsprechende Notrufnummer einspeichern (europaweit funktioniert einheitlich die Nummer 112) oder lokale, App-basierte Warnsysteme installieren. Da häufig Verkehrswege eingeschränkt bzw. von derartigen Ereignissen betroffen sind, sind auch die Webseiten von Automobilclubs eine gute Informationsquelle.
Wer eine Pauschalreise mit Flug und Hotel gebucht hat, kann – je nach Situation – eventuell zum kostenlosen Rücktritt berechtigt sein. Dazu sollte man den Reiseveranstalter kontaktieren und die Lage schildern sowie die aktuellen, behördlichen Meldungen dokumentieren. Eventuell kann man auch umbuchen oder bekommt eine geeignete Alternative zum geplanten Ort.
Beim Eindämmen der Flammen wird häufig mit Löschflugzeugen und -hubschraubern gearbeitet © Pfeiffer/Shutterstock
Ist man bereits am Urlaubsort und zeichnet sich ein Brandrisiko ab, sollte man sich vorab mit eventuell vorhandenen Evakuierungsplänen bzw. -routen und den Fluchtwegen und Sammelpunkten im Hotel vertraut machen. Ein geladener Handyakku zum Empfangen von Warnmeldungen und ein Plan im Hinterkopf, falls es kurzfristig zu einer Evakuierung kommt, können hilfreich sein. Für diesen Fall sollte man – besonders nachts - stets Medikamente, wichtige persönliche Gegenstände und den Reisepass rasch zur Hand haben. Wird man in einer Notsituation von Einsatzkräften aufgefordert, Dinge zurückzulassen, befolgt man diese Anweisungen und verlässt den Gefahrenbereich.
Bilder von Waldbränden sehen dramatisch aus – sie allein sagen dennoch wenig über die aktuelle Gefahr der Situation am Urlaubsort aus. Besonders mit der Fülle an Bildern, die man online bzw. über Social Media präsentiert bekommt (Stichwort: Künstliche Intelligenz), sollte man vorsichtig sein. Es gibt auf europäischer Ebene ein Waldbrandinformationssystem, mit dem man sich über derartige – aktuelle wie auch historische – Aktivitäten in ganz Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika informieren kann.