Blutschnee durch Saharastaub

Ein Artikel von Christiane Bartal | 08.02.2021 - 09:21
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Sog. „Blutschnee“ entsteht, wenn warme Saharaluft nach Europa strömt und dort auf kalte West-/Nordströmungen trifft, sodass der Staub mit dem Schnee niederfällt © Patrick Althans

Da staunten viele Bewohner des Alpenraumes nicht schlecht, als am vergangenen Wochenende (6. und 7. Februar 2021) rotbrauner Schnee vom Himmel fiel. Sie wurden damit Zeugen eines seltenen Wetterphänomens.

Woher kommt der rotbraune Schnee?

In weiten Teilen Europas war der Himmel dieser Tage mystisch rotbraun gefärbt – Saharastaub lag in der Luft. In den Bergregionen des Alpenraumes, v. a. in Teilen der Schweiz, Frankreichs, Spaniens und bis Mitteldeutschland, fiel sog. Blutschnee. Dabei wird der Wüstenstaub in den Schneeflocken gebunden und landet als rotbraune Schneedecke auf der Erde.

Das Blutschnee-Phänomen entsteht, wenn einige Wetterfaktoren zusammenspielen: Der Staub stammt aus Nordwestafrika, wo feinste Fraktionen des Wüstensands aufgrund der dortigen Witterung bis zu 5 km hoch in die Atmosphäre gewirbelt werden. Der Südwind befördert die rötliche Wolke bis nach Europa, wo er auf arktische Kaltluft trifft. In den Bergregionen fällt der Staub mit dem Schnee zu Boden.

Auch wenn der Anblick der in Orangerot getauchten Winterlandschaften etwas befremdlich sein mag – Blutschnee ist völlig harmlos und bringt höchstens ein paar Nährstoffe mit.

Übrigens gibt es auch das Phänomen des Blutregens, das vorwiegend im Frühjahr auftritt: Die Ursache ist die gleiche, nur prasselt der Wüstenstaub dann mit dem rötlich gefärbten Regen auf die Erde.

Wie Blutschnee noch entstehen kann

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Diese Form des Blutschnees entsteht v. a. im Hochgebirge durch sog. Schneealgen © Karasev Viktor/Shutterstock.com

Nicht nur Wüstenstaub sorgt dafür, dass Schnee rötlich verfärbt wird. Während der Schneeschmelze kann Blutschnee auch durch Mikroorganismen, sog. Schneealgen, entstehen, die den Altschnee aus dem Winter rosarot färben. Dieses Phänomen tritt vorrangig im Hochgebirge und in Polargebieten während der Sommermonate auf.

Bei den Verursachern, den Schneealgen, handelt es sich eigentlich um Vertreter der Grünalgen, die sich durch die Bildung von sekundären Carotinoiden vor der starken UV-Strahlung schützen.