„Das Springen war sein Leben“

Ein Artikel von Marion Pertschy | 18.06.2019 - 09:59

Seit Herbst 2008 gibt es den modernen Klettersteig auf dem Ostgrad der Drachenwand im Gemeindegebiet von St. Lorenz, Oberösterreich schon. Die mittelschwere Route ist für erfahrene und, in Begleitung eines Bergführers, auch für weniger erfahrene Kletterer geeignet. Belohnt wird der Aufstieg über Geröll, Leitern und eine spektakuläre Seilbrücke mit einem atemberaubenden Panoramablick über das Mondseeland.

Auch der Abstieg hat einiges zu bieten, wie etwa den einzigartigen Blick durch das „Drachenloch“ auf den See. Dennoch gibt es immer wieder Sportler, die lieber den direkten, aber auch weitaus gefährlicheren Weg ins Tal nehmen – nämlich jenen durch die Lüfte. Die Basejumper, die vom Gipfel der Drachenwand springen, bekommt man nur selten zu Gesicht, da ihre Sprünge nicht lange dauern. Zum Unterschied zu Fallschirmspringern springen sie von Objekten und brauchen daher spezielle Schirme oder sogenannte Wingsuits – Anzüge mit Stoffflächen zwischen Armen und Beinen, die Flughörnchen ähneln.

Es gibt nur wenige Sportarten, die ein vergleichbares Risiko aufweisen wie das Base-Jumping. Leider verunglücken dabei immer wieder Sportler beim Versuch, das Extreme zu toppen – Anfänger sowie Profis. So erging es auch einem 23-jährigen Base-Jumper, der 2005 von der Absprungstelle „Hohe Stelle“ von der Drachenwand sprang. „Das Springen war sein Leben – Beim Springen fand er den Tod“, lautet die Inschrift, die auf einem für ihn errichteten Gedenkstein an der Stelle prangt, an der er sein Leben für seine Leidenschaft gab.

Drachenloch.jpg

Durch das „Drachenloch“ hat man einen wunderbaren Blick auf den Mondsee.
© H.Raab/WikiCommons

Base-Jumper-Marterl
Hohe Stelle der Drachenwand
5310 St. Lorenz am Mondsee

Info:
www.oberoesterreich.at