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Die frei fließende Flusslandschaft ist ein dynamischer Lebensraum, der sich ständig wandelt © bwagner99/Shutterstock
Im Jahr 1996 wurde der Nationalpark Donau-Auen gegründet. Eines der wichtigsten Schutzgebiete Mitteleuropas feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen. Der Nationalpark ist eine der letzten intakten Au- bzw. frei fließenden Flusslandschaften entlang der Donau und erstreckt sich über 9.600 ha zwischen Wien und der Grenze zur Slowakei. Regelmäßige Überschwemmungen machen die Besonderheit dieses dynamischen Naturraums aus, denn durch schwankende Wasserstände und sich verschiebende Ufer entstehen laufend neue Lebensräume.
Der Fokus des Nationalparks, der sich in den Bundesländern Wien und Niederösterreich befindet, liegt neben der Schutzfunktion auch auf der Umweltbildung. Das Angebot reicht von geführten Wanderungen, Boots- und Schlauchboottouren entlang der Seitenarme der Donau über naturkundliche Exkursionen und spezielle Abendprogramme, wie z. B. Fledermaus-Beobachtungen. Über 700 Pflanzen- und tausende Tierarten leben im Nationalpark Donau-Auen, darunter sind viele Erfolgsgeschichten von bedrohten Arten, die erhalten bzw. wieder gefördert werden konnten.
Historische Entwicklung
Entstanden ist dieser Nationalpark aus der berühmten Besetzung der Hainburger Au. Im Dezember 1984 begannen Rodungsarbeiten für den Bau des Kraftwerks Hainburg und tausende Demonstrierende – darunter Studierende und Wissenschafter genauso wie Familien – besetzten das Gebiet. Die damit in Zusammenhang stehenden Polizeieinsätze haben große mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Die Auseinandersetzung ist so stark eskaliert, dass die Diskussion auf politischer Ebene fortgesetzt wurde und der damalige Bundeskanzler Fred Sinowatz einen Rodungsstopp verhängte und damit den symbolischen „Weihnachtsfrieden“ einläutete.
Das Kraftwerk wurde dadurch verhindert und die Hainburger Au-Besetzung ging in die Geschichte ein. Zur offiziellen Gründung des Nationalparks Donau-Auen kam es zwar erst 12 Jahre später, der Grundstein wurde aber schon damals gelegt, denn der Kraftwerksbau hätte massive Eingriffe in diesen so besonderen Lebensraum mit sich gebracht. Das denkwürdige Jubiläum ist somit nicht nur bedeutsam für den Naturschutz, sondern auch für das zivilgesellschaftliche Engagement und stellt einen wichtigen Meilenstein der österreichischen Umweltbewegung dar.
Eine der Erfolgsgeschichten des Nationalparks sind die Europäischen Sumpfschildkröten © Simlinger/Shutterstock
Ein besonderer Lebensraum
Ein gutes Beispiel für den Erhalt der Artenvielfalt im Nationalpark Donau-Auen ist die Europäische Sumpfschildkröte. Sie ist die einzige in Österreich heimische Schildkröte und lebt in ruhigen Gewässern wie Altarmen oder Tümpeln. Die Sumpfschildkröte gilt als Indikator für intakte Feuchtgebiete (sie benötigt sauberes Wasser, naturnahe Ufer und Sandplätze) und ihr Vorkommen zeigt, dass das Ökosystem funktionsfähig ist. Da sie als gefährdet gilt ist wird sie auch streng geschützt. Der Nationalpark Donau-Auen gilt als letztes Rückzugsgebiet der Sumpfschildkröte, hier werden ihre Lebensräume gezielt erhalten und verbessert, mit Nachzuchtprogrammen wird die Population gestärkt.
Unter dem Motto „30 Jahre Artenreich“ wird das Jubiläum am 26. April 2026 am Familientag im Nationalparkzentrum in Schloss Orth gefeiert. Es gibt neben Ranger-Führungen durch die Auenlandschaft auch Mitmachstationen für Kinder und Erwachsene und Gewinnspiele. Auch die Dauerausstellung „Im Fluss“, die bis zum 30. Juni 2026 täglich geöffnet ist, wurde anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums präsentiert.
Info: www.donauauen.at