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Von Berg zu Berg
Ein Artikel von Monika Stroj/Schweiz Tourismus | 28.01.2026 - 15:49
Ein Ruf in die Ferne, der wieder zurückkommt: Der Schweizer Jodel ist außergewöhnlich – und wird daher in der Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes geführt.
Lebendige, kulturelle Ausdrucksformen, die von Gemeinschaften weitergegeben werden, finden sich im Alpenraum viele. Bräuche, Feste, Wissen, Handwerkstechniken oder mündliche Traditionen zu bewahren ist genauso wichtig wie der Erhalt und Schutz von Gebäuden oder Landschaften. Daher gibt es für jedes Land eine Liste des Immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes, die regelmäßig erweitert wird und diese kulturelle Vielfalt und Kreativität der Menschen abbildet. Seit 11. Dezember 2025 ist die Schweiz um ein Kulturerbe reicher geworden – den Jodel. Viel mehr als ein „Hallo, Echo!“ ist er in der Schweiz gelebte Praxis und kulturelle Identität.
Der Jodel wird als „emblematischer Gesang“ bezeichnet, der eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen besitzt und in der Bevölkerung tief verankert ist. Entstanden ist er wohl durch die Notwendigkeit, von Berg zu Berg zu kommunizieren – lange, bevor es moderne Kommunikationswerkzeuge gab. Man wechselt beim Jodeln zwischen Brust- und Kopfstimme, meist werden einzelne Silben verwendet. Diese müssen oft gar nichts bedeuten und sind mit ihren entsprechenden lokalen Dialekten verbunden. Die Vielsprachigkeit in der Schweiz findet sich auch beim Jodeln wieder, neben Deutsch wird teilweise auch auf Französisch gejodelt.
Im Gegensatz zum Naturjodel besteht das Jodellied aus Textstrophen und Refrains. Der Eidgenössische Jodlerverband zählt 12.000 Mitglieder, darüber hinaus praktizieren auch außerhalb von Vereinen und Chören viele Schweizer diese Tradition. Einerseits im privaten Bereich, andererseits aber auch auf der Bühne, wo etwa in der zeitgenössischen Kunst Jodelelemente einfließen.
Live erleben kann man dieses UNESCO-Weltkulturerbe an verschiedenen Orten in der Schweiz – etwa beim Jodlerfest in Basel (Ende Juni). Im Simmental gibt es einen 7,7 km langen Wanderweg, der auf den Spuren des Jodelns führt. In ca. 4 Stunden erfährt man entlang von 8 interaktiven Stationen alles über die Geschichte, aktuelle Trends und die „Grammatik“ des Jodelns. Die Heimat des Naturjodelns liegt in der Ostschweiz – dort kann man in der Klangwelt Toggenburg sogar Schnupperkurse zum Thema besuchen.
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