Die warme Jahreszeit hat für viele Menschen eine schlechte Seite. Betroffene wissen es längst, wenn die Pollensaison ihren Höhepunkt erreicht. Mehr lesen ...
Unweit des Leopoldsteinersee befindet sich der Erzberg, sein Eisenvorkommen soll einst ein Männlein für seine Freilassung verraten haben © Shutterstock/Rene Walter
Zu König Davids Zeiten wieder wurde dort eine seltsame Gestalt gesehen – halb Mensch, halb Fisch –, die aus der Tiefe auftauchte und sich im Sonnenlicht wärmte. Die Menschen hielten das Wesen für einen Wassermann und beschlossen schließlich, ihn zu fangen.
Mit List gelang es, das schlüpfrige Männlein festzuhalten und gefesselt ins Tal zu führen. Als die Gruppe jedoch den Blick auf den Erzberg erreichte, begann sich der Wassermann heftig zu wehren. Schließlich bot den Männern einen hohen Preis für seine Freilassung an: Goldminen für ein Jahr, Silberminen für zehn Jahre oder Eisenminen für die Ewigkeit.
Die Wahl fiel auf das Eisen – eine Entscheidung, die sich als schicksalhaft erweisen sollte. Der Wassermann zeigte auf den mächtigen Berg und versprach unerschöpflichen Reichtum. Erst nachdem die Männer den Wahrheitsgehalt geprüft und große Mengen Erz gewonnen hatten, ließen sie ihn frei.
Doch beim Verschwinden färbte sich das Wasser blutrot, die Felsen bebten runherum und das Wesen hinterlies rätselhafte Worte über einen geheimnisvollen Karfunkelstein: „um das Beste habt ihr zu fragen vergessen: um den Karfunkelstein und die Bedeutung des Kreuzes in der Nuß.“ Was das Männlein damit wohl gemeint haben will, ist bis heute ein Rästel geblieben.
Man vermutete, dass der Karfunkelstein für die Bergleute ein Grubenlicht ist und das Kreuz in der Nuß vielleicht mit dem Kompass im Bergwerk zu tun haben könnte. Der Wassermann wurde nie wieder gesehen – doch der Erzberg blieb und wurde über Generationen hinweg zur Grundlage von Wohlstand und Geschichte.
Die Erzbergsage erzählt nicht nur von der Entdeckung eines der bedeutendsten Eisenvorkommen Europas, sondern auch von Weitsicht und kluger Entscheidung. Der Wert des Eisens übertraf den kurzfristigen Glanz von Gold und Silber – und prägte eine ganze Region bis heute.