Als „Hundstage“ werden die besonders heißen und ermüdenden Sommertage oft bezeichnet. Viel mehr als unsere müden Vierbeiner hat damit der Sternenhimmel zu tun. Mehr lesen ...
Die Schwarzbäuchige Tarantel baut keine Netze und bevorzugt sandige, steinige Böden © Federico.Crovetto/Shutterstock
Rund um Graz, in der Süd- und Südoststeiermark, aber auch in Kärnten und dem Südburgenland, wurde die Hogna radiata – die „Schwarzbäuchige Tarantel“ bereits gesichtet. Österreich liegt am nördlichen Rand ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Die Wolfspinne bevorzugt mediterrane Lebensräume und scheint sich durch trockene und warme Bedingungen auch im Süden Österreichs wohlzufühlen.
Es handelt sich um eine sogenannte Webspinne, die kein Netz baut. Die Schwarzbäuchige Tarantel zählt zu den größten europäischen Wolfspinnen, bis auf die kleinere Körpergröße des Männchens sehen sich die beiden Geschlechter relativ ähnlich (Männchen bis zu 18 mm, Weibchen bis zu 25 mm). Die Hüften sind dunkelbraun bis schwarz (das hat ihr den Namen verliehen), der Hinterleib bräunlich gelb bis hellbraun, das Weibchen hat einige dunklere Flecken. Das Männchen erscheint im Vergleich etwas einheitlicher braun gefärbt und die hellbraunen Beine des Männchens sind etwas heller.
Schwarzbäuchige Taranteln bewohnen Gebiete mit wenig Vegetation und mögen sandigen oder steinigen, lockeren Boden. Sie sind zwar tag- und nachtaktiv, legen sich aber eher nachts unter passenden Objekten wie Steinen auf die Lauer. Nach der Paarung im Herbst fertigt das Weibchen eine Wohnröhre an und platziert darin den Eikokon. Im Dezember schlüpft der Nachwuchs und klettert auf den Rücken der Mutter – wo er von ihr bis zu fünf Monate lang bleibt und mitgetragen wird.
So sieht es aus, wenn die Nachkommen der Wolfspinne den Hinterleib des Weibchens besiedeln © Geza Farkas/Shutterstock
Gerade im Spätsommer und Herbst kann es vorkommen, dass die Tiere durch die Partnersuche aktiver sind und sich in Gärten, Garagen oder Keller verirren. Sollte es zu einem Biss kommen, besteht kein ernsthaftes Risiko für den Menschen – mögliche Reaktionen werden wie jene eines Wespenstichs beschrieben und können eine Rötung/Schwellung hervorrufen.
Was tun, wenn man auf sie trifft?
Mit seiner Citizen-Science-Plattform sammelt der Naturschutzbund Österreich Meldungen seltener Arten – das ist auch der Grund, warum man über das Vorkommen der Schwarzbäuchigen Tarantel in Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland so gut Bescheid weiß.
Man sollte im ersten Schritt Ruhe bewahren. Hat sich das Tier in Haus oder Wohnung verirrt, bringt man es mit einem geeigneten Gefäß ins Freie – es ist für den Menschen ungefährlich. In freier Wildbahn lässt man die imposante Spinne am besten ungestört. Sinnvoll wäre eine Meldung auf der besagten Plattform – ein Beweisfoto ist nicht nötig, aber umso erfreulicher für andere Naturbegeisterte.