Studie: Wassersport in Österreich

Ein Artikel von Marion Pertschy | 25.02.2019 - 15:43

23% sind Wasserratten

Wir alle werden doch mehr oder weniger zu Wasserratten, wenn der Sommer uns heiße, schweißtreibende Temperaturen beschert und nur das kühle Nass Abhilfe schaffen kann. Besonders in Österreich ist es auch keine Schwierigkeit ein geeignetes Plätzchen zu finden, denn immerhin stehen jedem Einwohner laut einer neuen Studie zum Freizeitverhalten der Österreicher in Bezug auf den Wassersport 6.800 m² Wasserfläche zur Verfügung.

Die Studie zur Tullner Wassersportfachmesse "Austrian Boat Show" geht außerdem noch einen Schritt weiter und veranschaulicht, dass der Wassersport keineswegs auf den Sommer beschränkt, sondern eine ganzjährig beliebte Beschäftigung ist, der 1,5 Mio. Österreicher regelmäßig oder häufig nachgehen. Das Interesse dafür ist nicht von bestimmten Bevölkerungsschichten abhängig, sondern über die unterschiedlichen Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten ausgeprägt. Wie in so vielen Bereichen in unserer Freizeit ist aber auch bei der Wasserwirtschaft der größte limitierende Faktor nicht wie man in Bezug auf Boote erwarten würde das Kapital, sondern die Zeit.

Motive für den Wassersport

Erholung, Spaß, Fitness, Natur und der Ausgleich zum beruflichen Alltag – das sind die Motive jener Österreicher, die genügend Zeit finden, sich auf, im oder unter dem Wasser zu bewegen – und diese Motive sind es auch, die dem Wassersport ein positives Image bescheren. Dabei ist die Branche so vielfältig wie die Menschen selber, wie Mag. Gerhard Schöchl, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Bootswirtschaft so treffend formulierte. Wie beliebt der Wassersport bei uns Österreichern ist, lässt sich auch am erzielten Umsatz von rund 220 Mio. Euro im Jahr 2016 nur durch den Handel mit Wassersportgeräten und -artikeln und die Vermietung von Wassersportgeräten in Österreich, erkennen.

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1,5 Mio. Österreicher üben häufig oder regelmäßig einen Wassersport aus. © ArdeaA/Shutterstock.com

Ausblick für die Zukunft

Von sportlichem und gemütlichem Schwimmen und Tretbootfahren, zwei der meistverbreiteten Freizeitaktivitäten am Wasser, über Motor-, oder Elektroboot fahren, Stand Up-Paddling und Wasserball bis hin zu – laut Studie – eher weniger breitenwirksamen Sportarten wie Canyoning, Wellenreiten oder Wakeboarden wurden zahlreiche Möglichkeiten für den Wassersport in die Erhebung aufgenommen. Diese erste Studie, die seit mehreren Jahren zu diesem Thema durchgeführt wurde, stellt allerdings nur eine Momentaufnahme dar. Technische Neuerungen am Markt wurden berücksichtigt, Tendenzen konnten darin jedoch noch keine erkannt werden und bieten Platz für detailliertere Folgestudien, wie der Autor Dr. Wolfgang Ziniel feststellte.

Ein Thema, das in diesem Zusammenhang ganz besonders interessiert, ist das Elektroboot. Aufgrund von Umweltschutzbestimmungen, die das Fahren auf vielen Seen Österreichs mit Booten mit Verbrennungskraftmaschinen seit Jahren verbieten und anderen Faktoren, besteht hier nach wie vor ein steigender Trend. Eines ist außerdem sicher: das Bedürfnis der Österreicher ihren Lebensstil in allen Belangen zu verbessern wird sich weiter erhöhen. Der Trend geht bei Booten daher nicht zwingend in Richtung "größer, breiter, höher", sondern ist von den individuellen Wünschen der Käufer und dem Verwendungszweck abhängig – und nicht unwesentlich vom Geschmack der Ehefrauen, wie Mag. Wolfgang Strasser, Geschäftsführer der Messe Tulln scherzte.

Im Auftrag der Messe Tulln

Bereits seit 1987 gibt es die Bootmesse in Tulln an der Donau. Damals waren noch Schiffe mit 10 m Länge ein Highlight, heute sind 50 m keine Seltenheit mehr, erklärte Mag. Thomas Diglas, Prokurist der Messe Tulln GmbH. Kurz vor der Eröffnung der jährlichen stattfindenden "Austrian Boat Show", wurde diese Studie zum Freizeitverhalten der Österreicher in Bezug auf den Wassersport in Kombination mit Handel und Dienstleistern in Auftrag der Messe Tulln und des Bundesverband der Österreichischen Bootswirtschaft veröffentlicht, um einen groben Überblick zu geben. Die Zahlen, die aus einer Telefonbefragung von 1.000 Österreichern aller Bundesländer zwischen 16 und 75 Jahren hervorgingen, überraschten die Auftraggeber positiv.