Die Art, wie wir reisen, hat sich verändert. Zwischen fix eingeplanten Sommerurlauben und spontanen Kurztrips entstehen neue Buchungsgewohnheiten – beeinflusst von Arbeit, Familie und digitalen... Mehr lesen ...
Den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2026“ tragen Oulu im Norden Finnlands und Trenčín im Westen der Slowakei © Amateur007/Shutterstock
Seit mehr als 40 Jahren gibt es die europäischen Kulturhauptstädte schon. Sie sollten die kulturelle Vielfalt Europas sichtbar machen, den europäischen Gedanken stärken und Europas Bürger kulturell miteinander verbinden. Die erste war Athen 1985, seit dem Jahr 2000 werden, um mehr Länder einzubinden und den Austausch zu fördern, zwei Städte aus unterschiedlichen Mitgliedsstaaten ausgezeichnet.
Unzählige Kulturveranstaltungen über das gesamte Jahr sollen den Tourismus ankurbeln und die lokale Kreativszene stärken. Aber das Konzept ist heute viel mehr als nur symbolisch: Es finden strategische Kultur- und Stadtentwicklungsprojekte statt, die zu langfristigen Impulsen für Infrastruktur, Tourismus und die internationale Wahrnehmung werden – Besucherzuwächse von über 30 Prozent lassen sich beobachten.
Immer mehr stehen auch Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Digitalisierung im Fokus. Das Kulturhauptstadtjahr soll ein lebendiger, von Austausch geprägter Prozess sein, bei dem sich Menschen quer durch Europa auf persönlicher Ebene vereinen. Beim Eröffnungswochenende im finnischen Oulu hat sich Trenčín mit slowakischem Folklore präsentiert. So werden zum Eröffnungswochenende in Trenčín, das die Stadt von 13. bis 15. Februar in eine große Bühne verwandelt, wohl auch Besucher aus Oulu erwartet.
Die Neugier erwecken
Das kulturelle Erbe rund um die Burg Trenčín und eine ins Felsmassiv gehauene römische Inschrift aus dem 2. Jh. ist reich, wie auch die Musik, die von „Underground“ bis zeitgenössisch viel zu bieten hat. Die Region bietet zahlreiche Burgen, Kurorte und ist mit ihrer natürlichen Schönheit attraktiv für Touristen. Man will sich im Zuge des Kulturhauptstadtjahres in Trenčín selbst neu entdecken und Europa zeigen, wie man die Neugier der Menschen erweckt. Außerdem soll die Inspiration geschaffen werden, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Die Stadt möchte Brücken zwischen Menschen, Vergangenheit und Zukunft sowie Realität und Fantasie schlagen. Die frisch renovierte Synagoge ist das Herz der Altstadtund ein wichtiges Zeichen für die jahrhundertealte jüdische Gemeinde. Auch das sanierte Kulturzentrum soll als Ort der Begegnung dienen und in Tanz-, Theatersälen, Ateliers und Filmstudio eine Bühne für alle Menschen sein. Man hat sich die Stadt Košice, die 2013 europäische Kulturhauptstadt war und bis heute davon profitiert, zum Vorbild genommen und möchte nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, zum Hierbleiben bewegen.
Info: www.trencin2026.eu
Kultureller Klimawandel
Typisch finnisch präsentiert sich Oulu im Norden Finnlands: Viel Wasser und viel Grün © trabantos/Shutterstock
Das Motto in Oulu befasst sich mit aktuellen globalen Herausforderungen, der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und dem Beitrag, den das kulturelle Bewusstsein dazu leisten kann. Die Stadt hat den Ehrgeiz, ihr Publikum zu ermutigen, zu überdenken, wie Kultur in diesen Bereichen gemacht, erlebt und geteilt wird.
Finnland ist bekannt für Saunen, Eishockey und glückliche Menschen. Oulu liegt im Norden an der Ostsee, etwa 600 km von Helsinki entfernt. Nokia hat dort einen Technologie-Campus errichtet, an dem sich Forschung und Bildung abspielen. Es hat sich eine Kunstszene entwickelt, die von enger Verbundenheit zur Natur geprägt ist. Auch Oulu will Mensch und Kultur näher zusammen bringen und lässt typisch finnische Themen, wie etwa Schnee, Kälte, Sauna, Licht und Dunkelheit, einfließen. Man ist sich der großen ökologsichen Verantwortung und der dauerhaften Bereicherung des Kulturelebens bewusst.
Info: www.oulu2026.eu