Von der Cholerakapelle auf den Hohen Lindkogel

Ein Artikel von DI Christiane Bartal | 04.04.2016 - 10:40

Startpunkt der vierstündigen und erlebnisreichen Rundwanderung ist der Parkplatz beim Landgasthof Cholerakapelle. Rechts oberhalb des Gasthauses thront sie, die kleine Kapelle. Ein schmaler Weg führt links neben dem Gasthaus durch den Wald hinauf. Errichtet wurde sie anlässlich der Choleraepidemie in den Jahren 1830 und 1831 von den Wiener Bürgern Carl und Elisabeth Boldrino aus Dankbarkeit für ihre Verschonung. Die Kapelle wurde bald ein Wallfahrtsort im mittlerweile beliebten Ausflugsziel Helenental.

Über eine kleine Bogenbrücke führt der Wanderweg vom Parkplatz an das andere Ufer der Schwechat. Stromaufwärts ist es nicht weit bis zu Beethovens Lieblingsplatz im Helenental, dem Beethovenstein. An diesem kleinen Felsen soll sich der berühmte Komponist in den Jahren 1824/25 oft aufgehalten und die Unberührtheit der Natur genossen haben.

Bei der nächsten Brücke, treffenderweise heißt sie Beethovenbrücke, zweigt der Weg links ab und verlässt damit das vielbesungene "Wegerl im Helenental".

Auf den Hohen Lindkogel zum Eisernen Tor

Der gelben Markierung und der etwas verwirrenden Beschilderung "Eisernes Tor" folgend geht es immer weiter bergauf – mehr als 600 Höhenmeter, um genau zu sein. Der idyllische Waldpfad quert mehrmals eine Forststraße. Etwa 15 Minuten vor dem Zwischenziel Eisernes Tor lädt die Karlsruhe, ein kleiner Rastplatz, zum Verweilen ein.

Nach dem zweistündigen Aufstieg ist er erreicht, der "Gipfel" des Hohen Lindkogels auf 834 m. Direkt an das Schutzhaus grenzt die Sina-Warte an. 1895 ließ Simon Georg Freiherr von Sina diesen 14 m hohen steinernen Aussichtsturm erbauen, auf dem noch heute zu lesen ist: „Dem Vergnügen des Publikums, Freiherr von Sina“. Das Geschenk an die Stadt Baden war mit der Verpflichtung verbunden, ihn immerwährend für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Wer die teils abenteuerlichen Treppenabschnitte überwunden hat, darf sich vom Balkon aus über einen weiten Panoramablick bis Wien, ins Wiener Becken, zum Wienerwald, Wechsel, Schneeberg und in der Ferne zum Ötscher freuen. Von oben ist es bereits sichtbar: das Eiserne Tor, durch das der Weg Richtung Baden bzw. Jägerhaus (blaue Markierung) verläuft.

Rückweg über Brennersteig und Jägerhaus

Von nun an geht's bergab. Folgen Sie der blauen Markierung Richtung Baden. Immer wieder überholen Mountainbiker, die den Hohen Lindkogel ebenfalls als ihr Eldorado ansehen. Gleich mehrere Mountainbike-Routen führen über den beliebten Ausflugsberg - entspanntes Wandern fühlt sich anders an, wenngleich die Freundlichkeit der Biker den aufkeimenden Unmut gleich wieder im Keim erstickt.

Sobald der Waldweg in den steilen und teils felsigen Brennersteig übergeht, verlieren Sie rasch an Höhenmetern. Ein wenig kraxeln ist angesagt, aber das Eisengeländer gibt Sicherheit. Der Buchenwald in diesem Bereich sieht etwas mitgenommen aus - Ursache dafür sind die Wipfelbrüche und ganze umgestürzte Bäume anlässlich des Raureifereignisses im Dezember 2014.

Beim Jägerhaus, einem ehemaligen Ausflugsgasthaus, das mittlerweile zu einem noblen, privaten Landsitz umgebaut wurde, halten Sie sich links entlang der roten Markierung Richtung Cholerakapelle.

Eine halbe Stunde später ist der Ausgangspunkt erreicht. Davor passieren Sie noch die Antonskapelle aus dem Jahr 1829. Über die bereits bekannte Bogenbrücke gelangen Sie zurück zum Parkplatz bei der Cholerakapelle.

Von der Cholerakapelle auf den Hohen Lindkogel

Start- und Endpunkt: Parkplatz beim Landgasthof Cholerakapelle im Helenental

Gehzeit: 4 Stunden

Weglänge: 12 km

Höhendifferenz: 670 m

Besonderheiten: Cholerakapelle, Beethovenstein, Sina-Warte auf dem Hohen Lindkogel, Eisernes Tor, Antonsgrotte

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Von der Cholerakapelle führt der Weg vorbei am Beethovenstein hinauf auf den Hohen Lindkogel zum Eisernen Tor. Hinunter geht`s über den Brennersteig und das ehemalige Gasthaus Jägerhaus zurück zum Ausgangspunkt © Christiane Bartal