Ein Glücks- und Kraftplatz

Ein Artikel von REISEN Magazin/Gerald Stiptschitsch | 25.03.2021 - 12:32
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In einer etwa 20-minütigen Fahrt fährt man mit der Plätte von der Fischerhütte zum Ostende des Toplitzsees, wo sich der ­Kammersee befindet © Gerald Stiptschitsch

Unsere Wanderung startet vom Gasthaus „Rostiger Anker“, wo wir die Toplitzbachbrücke überqueren und links in den Alexander-Baumann-Weg (benannt nach dem Dramatiker und Mundartdichter Alexander Baumann, 1814–1857) einbiegen. Nach 100 m zweigen wir bei der Gabelung rechts ab und gelangen zu einer funktionsfähig erhaltenen Mühle. Die Ranftlmühle wurde nach dem Wiener Maler Mathias Ranftl (1805–1854) benannt, der nach 1840 gerne in Grundlsee weilte und etliche Landschaftsmotive sowie Ausseer Personen portraitierte. Die Mühle liegt an einer geologischen Besonderheit, da der Stimitzbach und der Wasserfall viele sehenswerte Formen ausgebildet haben. Neben Flusskolken findet sich hier eine kleine tief eingeschnittene Klamm, durch die das Wasser fließt. Durch die „rückschreitende Erosion“ wird das Tal unterhalb des Wasserfalls ständig länger und der Wasserfall wandert langsam aber stetig flussaufwärts. 

Von der Ranftlmühle gehen wir links in den Waldpfad, erreichen in 200 m wieder den Alexander-Baumann-Weg und zweigen nach rechts Richtung Toplitzsee entlang des Geo-Trails (Weg Nr. 4) ab und kommen an einigen Gletschermühlen aus der letzten Eiszeit vorbei. Diese entstanden, als einst der gewaltige Gletscher durch seine Schubkraft sowie sein Schmelzwasser Steine wirbelnd in das Kalkgestein gespült hat, was die großen Gesteinswannen ausschürfen hat lassen. Angelangt am Toplitzsee kann man leicht den Erzherzog-Johann-Gedenkstein übersehen, der daran erinnert, dass an dieser Stelle Erzherzog Johann von Österreich, der Sohn des Kaisers, der Ausseer Postmeisters­tochter Anna Plochl erstmals begegnete und die er schließlich zehn Jahre später zur Frau nahm. Diese Stelle ist übrigens auch als Salzkammergut-Glücksplatz ausgewiesen. Wir überqueren eine gut erhaltene Klausanlage, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum Aufstauen für die Holztrift genutzt wurde und kommen bei der Jausenstation Fischerhütte an. Vom Ufer aus hat man an der Westseite des Sees den schönsten Ausblick und von hier fahren auch die Holzplätten ab, die quer über den Toplitzsee schließlich zu einer weiteren Besonderheit führen. 

Die Route zur Wanderung finden Sie auch auf outdooractive.com.

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