Wer durch Südkärnten in Richtung Seebergsattel unterwegs ist, begegnet kurz vor Bad Vellach einem außergewöhnlichen Anblick: Hoch über der Straße blickt der heilige Christophorus von einer mächtigen... Mehr lesen ...
Der heutige Bundesversammlungssaal ist der historische Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses des Reichsrates der kulturell vielschichtigen österreichisch-ungarischen Monarchie © Andrii__Ivaniuk/Shutterstock
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Menschen, die durch diesen ihre Heimat verloren hatten, die Möglichkeit bekommen, Bürger der Republik Österreich zu werden. Als „Altösterreicher“ konnten sie durch das sogenannte Optionsgesetz von 1954 die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen.
Bunt gemischter Vielvölkerstaat
Die Geschichte, wie es dazu kam, begann schon viele Jahre davor. Denn durch den Zerfall der Habsburgermonarchie gab es 1918 eine Vielzahl an deutschsprachigen Menschen, die plötzlich – anstatt in der vielsprachigen, kulturell verflochtenen Monarchie, in der 50 Mio. Einwohner lebten – in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien zuhause waren. Das betraf Sudetendeutsche, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Sathmarer Schwaben, Donauschwaben, Bukowinadeutsche, Karpatendeutsche, Gottscheer, Zipser Deutsche und Galiziendeutsche. Teils lebten sie schon seit dem Mittelalter bzw. nach später erfolgten Ansiedlungen in den jeweiligen Regionen
Viele Angehöriger dieser Minderheiten wurden in den Jahren zwischen 1944 und 1947 zur Flucht gezwungen bzw. vertrieben – so gelangten sie nach Österreich, wo sie die Staatsbürgerschaft, und damit eine neue (bzw. alte) Heimat bekommen konnten.
Hinter dem Eingang zum österreichischen Parlament wartet die neue Ausstellung „Blickwechsel“ © DirkVG/Shutterstock
Einerseits macht die Ausstellung „Blickwechsel“ bewusst, wie vielschichtig unser heutiges Österreich durch dieses besondere Erbe ist, andererseits kann sie uns auch heute zu Offenheit und aktiver Integration von Menschen aus anderen Kulturen inspirieren. Neben den Schauvitrinen, Stationen und der Litfaßsäule in der Agora im Demokratikum gibt es laufend Veranstaltungen und Führungen mit dem Schwerpunkt „deutschsprachige Altösterreicher“.