Das Erbe Altösterreichs

Ein Artikel von Parlamentsdirektion/Monika Stroj | 13.07.2026 - 14:03
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Der heutige Bundesversammlungssaal ist der historische Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses des Reichsrates der kulturell vielschichtigen österreichisch-ungarischen Monarchie © Andrii__Ivaniuk/Shutterstock

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Menschen, die durch diesen ihre Heimat verloren hatten, die Möglichkeit bekommen, Bürger der Republik Österreich zu werden. Als „Altösterreicher“ konnten sie durch das sogenannte Optionsgesetz von 1954 die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen.

Bunt gemischter Vielvölkerstaat

Die Geschichte, wie es dazu kam, begann schon viele Jahre davor. Denn durch den Zerfall der Habsburgermonarchie gab es 1918 eine Vielzahl an deutschsprachigen Menschen, die plötzlich – anstatt in der vielsprachigen, kulturell verflochtenen Monarchie, in der 50 Mio. Einwohner lebten – in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien zuhause waren. Das betraf Sudetendeutsche, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Sathmarer Schwaben, Donauschwaben, Bukowinadeutsche, Karpatendeutsche, Gottscheer, Zipser Deutsche und Galiziendeutsche. Teils lebten sie schon seit dem Mittelalter bzw. nach später erfolgten Ansiedlungen in den jeweiligen Regionen

Viele Angehöriger dieser Minderheiten wurden in den Jahren zwischen 1944 und 1947 zur Flucht gezwungen bzw. vertrieben – so gelangten sie nach Österreich, wo sie die Staatsbürgerschaft, und damit eine neue (bzw. alte) Heimat bekommen konnten.

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Hinter dem Eingang zum österreichischen Parlament wartet die neue Ausstellung „Blickwechsel“ © DirkVG/Shutterstock

Einerseits macht die Ausstellung „Blickwechsel“ bewusst, wie vielschichtig unser heutiges Österreich durch dieses besondere Erbe ist, andererseits kann sie uns auch heute zu Offenheit und aktiver Integration von Menschen aus anderen Kulturen inspirieren. Neben den Schauvitrinen, Stationen und der Litfaßsäule in der Agora im Demokratikum gibt es laufend Veranstaltungen und Führungen mit dem Schwerpunkt „deutschsprachige Altösterreicher“.

Info: Blickwechsel. Das Erbe Altösterreichs